Kaiseraugst
Xherdan Shaqiri tritt in Yakins Fussstapfen

Der Star des FC Basel und der Schweizer Nationalmannschaft wohnt in Kaiseraugst – wie vor ihm schon andere Spieler. Xherdan Shaqiri ist übrigens nicht der erste FCB-Star, der in Kaiseraugst wohnt.

Nadine Böni
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Wohnt seit 2009 in Kaiseraugst: FCB-Star Xherdan Shaqiri. ho

Wohnt seit 2009 in Kaiseraugst: FCB-Star Xherdan Shaqiri. ho

Solothurner Zeitung

Er habe lachen müssen, als er Anfang dieser Woche die Schlagzeilen zu Xherdan Shaqiri gelesen habe, sagt der Kaiseraugster Gemeindeschreiber Roger Rehmann. «Willkommen, Shaqiri: Der FCB-Star wird Aargauer» und «Neues Zuhause für den Zauberzwerg – Shaqiri geht in den Aargau» wurde da propagiert. Nach Kaiseraugst in einen modernen Neubau zügle der Shootingstar des FC Basel, mitsamt seiner ganzen Familie.

Gleich zwei Wohnungen habe er gekauft. Eine für sich und seine beiden älteren Brüder Arianit und Erdin und nebenan eine für seine Eltern Isen und Fatmire und seine jüngere Schwester Medina. Grundsätzlich falsch daran ist nichts, nur: «Herr Shaqiri wohnt bereits seit November 2009 in Kaiseraugst», sagt Rehmann. «Für uns ist es definitiv nichts Neues, ihn hier im Dorf zu haben.»

«Nichts Aussergewöhnliches»

Shaqiri ist übrigens nicht der erste FCB-Star, der in Kaiseraugst wohnt. Auch der heutige GC-Spieler Boris Smiljanic war zu seiner Zeit im rot-blauen Dress in Kaiseraugst zu Hause. Einen Steinwurf von ihm entfernt lebte der heute dienstälteste FCB-Spieler, Scott Chipperfield, bevor er ins benachbarte Rheinfelden zügelte. Noch früher, während ein paar Monaten in den Jahren 2002 und 2003, besass auch Hakan Yakin in Kaiseraugst ein Daheim. Und heute wohnt – ganz in der Nähe der Shaqiris – Beg Ferati, der noch bis in diesem Sommer beim FCB unter Vertrag stand und seither in der Bundesliga für den SC Freiburg spielt.

«Nichts Aussergewöhnliches» sei es, dass die Spieler Kaiseraugst als Wohngemeinde auswählten, sagt Rehmann. «Aber natürlich schön für uns» – auch aus finanzieller Hinsicht. «Jede Gemeinde hat gerne gute Steuerzahler, das müssen nicht unbedingt Fussballer sein», sagt Rehmann ehrlich. Im Gegenzug haben die Steuerzahler – ob Fussballer oder nicht – gerne einen tiefen Steuerfuss. Kaiseraugst ist mit 75% eine der steuergünstigsten Gemeinden im Kanton. Das dürfte, so Rehmann, auch bei den Shaqiris ein Grund zum Umzug gewesen sein.

Weg vom Schuss

Aber Rehmann nennt auch andere Gründe, warum sich sein Dorf als Wohnort anbiete: «Einerseits ist das sicherlich die Verkehrslage. Die Spieler sind sehr schnell in Basel.» Selbst Beg Ferati pendelt zwischen Kaiseraugst und Freiburg. Andererseits seien es auch die Möglichkeiten zur Naherholung, sagt Rehmann. «Kaiseraugst ist etwas weg vom Schuss, aber trotzdem noch gut erreichbar.» Auch andere Gemeinden in der Agglomeration würden aus diesen Gründen vermehrt Wohnorte der Spieler.

Viele Spieler bleiben aber nicht lange. Der Fussball ist ein schnelllebiges Geschäft geworden. «Und wenn einer in Genf einen Vertrag unterzeichnet, bleibt er kaum in Kaiseraugst wohnen», weiss Rehmann.

Auch sonst bekomme man im Dorf nicht viel von der Anwesenheit der Spieler mit. «Sie sind im Dorfleben eigentlich nicht präsent», sagt Rehmann. Trotzdem schätzt er die Spieler als «sehr angenehme Leute» ein: «Wenn sie etwas mit der Gemeindeverwaltung zu tun haben, läuft alles super. Wir mussten noch nie einem nachrennen, weil er zum Beispiel ein An- oder Abmeldeformular nicht ausgefüllt hatte.»

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