Die Ausstrahlung ist jedoch das Resultat einer langen Entwicklung. «Schon immer hatte Musik eine grosse Rolle in meinem Leben gespielt», so der 25-Jährige. Vor acht Jahren dann hat lernte er Bass zu spielen und hat kurz darauf seine erste Band gegründet. «Es folgten einige Wechsel in der Besetzung, doch schliesslich haben wir unter dem Namen ‹Lee’s Road› eine CD herausgegeben.»

Colin Besserer war darauf bereits als Sänger zu hören. Später folgte eine zweite CD mit der neuen Band «Racom» – mit dem Song «Dream» fanden Colin Besserer und seine Mitstreiter auch Aufnahme in der Playlist von Radio Argovia. Parallel zur Musikkarriere machte er das KV auf der Gemeinde Eiken und arbeitet seit sechs Jahren bei der Raiffeisenbank in Zeiningen.

Auf eigene Faust

Mittlerweile existiert auch «Racom» nicht mehr. Neue Interessen, unterschiedliche Ziele, zu wenig Zeit. «Die Band ist langsam ausgelaufen, wir gingen ohne Streit auseinander«, so Besserer, «irgendwie haben wir uns auseinandergelebt.»

Für den Sissler war dies aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. «Ich wollte mein Schicksal in die eigenen Hände nehmen und auf eigene Faust versuchen, meinen Traum zu verwirklichen.» Die Wahl fiel auf die Casting-Show «X Factor». «In der Schweiz gab es bei meinem Entscheid kein vergleichbares Format, ‹Die grössten Schweizer Talente› ist für mich kein Wettbewerb für Sänger», erklärt Besserer den Gang nach Deutschland.

«X Factor» hatte er bereits verfolgt. «Das Konzept hat mich überzeugt und es war zudem terminlich das nächstmögliche Casting», führte Colin Besserer aus.

Bereits zwei Runden überstanden

In Stuttgart fand im Frühling die erste Runde des Castings statt. Noch ohne die TV-Jury um Sarah Connor und noch ohne Kamerabegleitung. «Kurz gesagt war es ein kleines Büro, in dem ich vier meiner fünf vorbereiteten Songs zwei mir unbekannten Menschen vorsingen musste», beschreibt der Sissler die Szenerie. Er überzeugte – und am selben Tag fand auch gleich die zweite Runde statt. «Dieses Mal war die Jury achtköpfig und hat das Urteil nicht umgehend abgegeben.»

Shooting, Interview, Songwahl

Nach einer kurzen Wartezeit bekam der Fricktaler dann aber zu seiner grossen Freude die Nachricht, dass er zur dritten Runde eingeladen sei. «Von da an ging es Schlag auf Schlag», schwärmt Colin Besserer. Nach dem Ausfüllen des umfangreichen Fragebogens folgten Fotoshooting und Videointerview – alles in einer «angenehmen Atmosphäre».

«Ich kam mir nie überrumpelt vor, alles war sehr locker», beschreibt Besserer die Situation in Stuttgart. Auch der Song für das TV-Casting wurde schon ausgewählt. «Mir wurde ‹You are not alone› von Mads Langer empfohlen.»

Viel Üben, viele Fans

Die kommenden Wochen bis zum Casting-Termin Mitte Juni vergingen rasch. «Selbstverständlich habe ich viel geübt, der Song musste schliesslich richtig gut sitzen. Und ich habe richtig auf den Tag hingefiebert.» Die Vorfreude wirkte offenbar ansteckend, denn Colin Besserer wurde von einer 10-köpfigen Fangruppe nach Köln begleitet. Der Sissler und alle seine Fans mussten nach der Ankunft eine Drehgenehmigung unterschreiben.

«Ich war in Köln weniger nervös als noch in der ersten Runde, als ich Angst hatte, zu scheitern», beschreibt der 25-Jährige seine Gefühlslage vor dem grossen Auftritt von der Jury mit Sarah Connor, H.P. Baxxter (Scooter), Sandra Nasic und Moses Pelham.

Ob Colin Besserer die Jury in Köln beeindrucken und einen der rund 140 Plätze im Bootcamp ergattern konnte, zeigt RTL am kommenden Samstag um 20.15 Uhr.