Im Fussball-Achtelfinal des Nepple Basler Junioren-A Cup am Mittwochabend zwischen dem FC Laufenburg-Kaisten und dem SV Muttenz kam es zu einer wüsten Prügelei. Nach dem Aus der Fricktaler im Penalty-Schiessen stürmten plötzlich Ersatzspieler und Zuschauer aufs Feld und griffen die Spieler des SV Muttenz an. Dabei wurden vier Spieler verletzt, einer davon musste gemäss «TeleM1» mit einer Platzwunde am Kopf ins Spital gebracht werden. 

Der FC Laufenburg-Kaisten spielte gegen den zwei Ligen höher klassierten SV Muttenz und verteidigte bis zur 93. Minute die Führung. Kurz vor dem Schlusspfiff erzielten die Baselbieter den Ausgleich, es kam zum Penalty-Schiessen. Als die Muttenzer dies mit 8:7 für sich entscheiden, folgte der Siegesjubel. 

Nun folgte ein Handgemenge. Der Muttenzer Kapitän wurde zu Boden gestossen. Es wurde auf ihn eingeprügelt und eingetreten. Erst als andere dazwischen gingen, liess man von ihm ab. Ein anderer Spieler des SV Muttenz erhielt von einem der Angreifer eine Kopfnuss verpasst und musste mit einer Platzwunde ins Spital gebracht werden. 

Die Polizei wurde über die Prügelei informiert und rückte mit mehreren Polizeipatrouillen aus. Ein 19-Jähriger Spieler der Heimmannschaft wurde gemäss Kantonspolizei Aargau festgenommen. Er soll mittlerweile wieder auf freiem Fuss sein.

Die Clubführung des SV Muttenz reagiert auf Facebook fassungslos:

Auch der FC Laufenburg-Kaisten reagiert auf seiner Homepage: 

Er schreibt von «inakzeptablen Szenen, die weder auf den Fussballplatz, noch sonst wo hin gehören». Und er stellt klar: «Der FC Laufenburg-Kaisten verlangt von seinen Spielerinnen, Spielern und deren Angehörigen Fairplay auf und neben dem Platz zu leben.» Dazu gehöre es auch «Demut nach Siegen» und «anerkennende Grösse nach Niederlagen» zu zeigen.

Die Klubführung relativiert: «Wir sind kein Verein, der um Meisterschaften spielt, respektive der den sportlichen Erfolg über alles stellt. Wir sind ein Dorfverein, der es sich zum Ziel gesetzt hat, Jung, Alt, Frauen, Männern und Kindern zu ermöglichen, unser aller Leidenschaft, dem Fussballspielen, nachzugehen und diesen Sport mit Freude ausüben zu können.»

Die Vorkommnisse nach dem Cupspiel der A-Junioren gegen den SV Muttenz würden in keinster Weise toleriert. Man versichere allen Beteiligten, dass dies «keinesfalls die Art ist, wie wir uns unseren Gästen präsentieren möchten. Wir entschuldigen uns in aller Form für das, was am Mittwochabend geschehen ist.»

Das Klubgelände des FC Laufenburg-Kaisten

Das Klubgelände des FC Laufenburg-Kaisten

Der Klub will nun die Vorfälle aufzuklären, die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen und dafür sorgen, dass sich dies nicht wiederholt: «In Zusammenarbeit mit allen anderen involvierten Stellen sind wir aktuell dabei, die nötigen Schritte zu unternehmen.»

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun. «Noch haben wir keine Übersicht, wer alles geschlagen hat. Wer sich dafür zu verantworten hat, werden weitere Ermittlungen zeigen», sagt der Sprecher der Kantonspolizei, Roland Pfister. Er fügt an, dass die meisten der Beteiligten volljährig seien. Auch über die Hintergründe des Angriffs kann der Polizeisprecher noch keine Aussagen machen. (jk/pah)