Wer im Bezirk Rheinfelden eine Wohnung kaufen möchte, für den könnte aus preislicher Sicht jetzt der richtige Zeitpunkt sein. Dies legt jedenfalls der Immobilienreport 2018 nahe, der von der ETH Zürich und dem Internet-Vergleichsportal comparis.ch herausgegeben wurde.

Gemäss dem Report gehört der Bezirk Rheinfelden nämlich zu den zehn Bezirken der Schweiz, in denen die Kaufpreise für Wohnungen zwischen dem 30. Juni 2017 und dem 30. Juni 2018 am deutlichsten zurückgegangen sind. Spitzenreiter in dieser Rangliste ist der Bezirk Lebern SO mit einem Preisrückgang von 15 Prozent. Das untere Fricktal belegt mit einem Rückgang um acht Prozent Rang sieben.

Der Medianpreis pro Quadratmeter lag demnach per 1. Juli 2018 im Bezirk Rheinfelden bei rund 6000 Franken. Das heisst: Die Hälfte aller Wohnungen war teurer, die Hälfte günstiger. Zwölf Monate zuvor war er noch rund 500 Franken höher. Im oberen Fricktal stiegen die Kaufpreise für Wohnungen im gleichen Zeitraum dagegen weiter an – und zwar auf gut 5200 Franken.

In den Report flossen die Daten von 1,845 Millionen Kaufinseraten für Häuser und Wohnungen ein, die von 2005 bis Ende Juni 2018 auf comparis.ch angezeigt wurden. Die Analyse basiert auf den Angebotspreisen, wie Didier Sornette, Professor für Entrepreneurial Risks an der ETH Zürich, sagt. «Die finalen Transaktionspreise können davon abweichen.» Es sei jedoch erwiesen, dass die Analyse von Angebotspreisen «ein realistisches Bild der Marktdynamik zeichnet».

Rückgang bei älteren Wohnungen

Einer, der das Tagesgeschäft kennt, ist Anton Hasenböhler vom Immobilienbüro Remax Unteres Fricktal. Apriori könne er den im Report vermeldeten Preisrückgang nicht unterschreiben, sagt er. Man müsse die Angebote differenziert betrachten. «Es ist sicher so, dass bei älteren Eigentumswohnungen aus den 1980er- und 1990er-Jahren die Preise fallen», sagt er. Gerade Maisonette-Wohnungen mit Dachschrägen seien nicht mehr so gefragt. «Bei neuen Wohnungen steigen aber die Preise weiterhin an», so Hasenböhler. In der Region Rheinfelden betrage der Quadratmeterpreis bis zu 7000 Franken.

Carlo Rinaudo, Inhaber von Rinaudo & Kiss Immobilien, bestätigt die Unterschiede zwischen älteren und neuen Wohnungen. Zudem sagt er, dass der Eigentumswohnungsmarkt generell schwieriger geworden sei. «Dann entsteht jeweils auch ein Preisdruck.» Er hat festgestellt, dass gerade im Bezirk Rheinfelden die Preisvorstellungen der Verkäufer sinken. Rinaudo verweist auch darauf, dass im oberen Fricktal das Preisniveau generell noch tiefer sei. Deshalb sei dort ein Preisanstieg auch noch einfacher realisierbar gewesen.

Deutlicher Anstieg seit 2007

Neben dem Kurzzeitvergleich überblickt der Immobilienreport von ETH und comparis.ch auch die Zeitspanne seit 2007. Hier verzeichnen beide Fricktaler Bezirke einen deutlichen Preisanstieg von Wohneigentum. Im Bezirk Rheinfelden sind die Preise für Wohnungen seit 2007 gemäss dem Report um 32 Prozent gestiegen, im Bezirk Laufenburg gar um 40 Prozent.

Auffallend dabei: Während es im oberen Fricktal in den elf Jahren keine deutlichen Preisknicks gab, sanken die Kaufpreise im Bezirk Rheinfelden im Jahr 2012 kurzfristig gar unter das Ausgangsniveau von 2007 – erholten sich dann aber ebenso schnell wieder. Ob auf den aktuellen Knick erneut eine rasche Erholung folgt, ist offen. Es gebe derzeit in der einen oder anderen Gemeinde im Fricktal durchaus Anzeichen für eine Überproduktion an Eigentumswohnungen, sagt Rinaudo.

Für 5- bis 6,5-Zimmer-Häuser war dagegen im gleichen Zeitraum der Preissprung im unteren Fricktal (plus 37 Prozent) höher als im oberen (plus 34 Prozent). Die Medianpreise für Häuser liegen heute im Bezirk Laufenburg bei rund 875 000 Franken, im Bezirk Rheinfelden bei rund einer Million.