Gansingen
Wohnung gefunden: Hoffnung für Gansinger Sozialhilfe-Ehepaar

Michael und Monika Steimer aus Gansingen haben ein Angebot für eine passende Wohnung erhalten. Die Gemeinde Gansingen hat derweil getan, was ihre Pflicht ist.

Nadine Böni
Merken
Drucken
Teilen
Das Ehepaar Steimer hat womöglich eine neue Wohnung gefunden.

Das Ehepaar Steimer hat womöglich eine neue Wohnung gefunden.

Nadine Böni

Monika Steimer klingt glücklich, als sie am Dienstagnachmittag das Telefon ihres Mannes abnimmt – und das, obwohl das Unglück gerade wieder zugeschlagen hat. Michael Steimer stürzte beim Tragen einer Zügelkiste auf der Treppe. Es gehe ihm den Umständen entsprechend aber gut, sagt seine Frau.

Hunde und Ehepaar willkommen

Die gute Nachricht des Tages überstrahlt das kleine Missgeschick. «Wir haben ein tolles Angebot für eine Wohnung erhalten», sagt Monika Steimer. Eine 4 1/2-Zimmer-Wohnung in einem Zweifamilienhaus in einer kleinen Gemeinde im Bezirk Brugg. «Eine Wohnung, in der sowohl wir als auch unsere Hunde willkommen sind», freuen sich die Sozialhilfebezüger. Sobald wie möglich wollen sie jetzt ihr Hab und Gut packen und in ihr neues Daheim einziehen.

Überbracht hat die gute Nachricht der Gansinger Gemeinderat. Bei ihm hatte sich der zukünftige Vermieter gemeldet, um Kontakt mit den Steimers aufzunehmen.

Hilfe bei der Wohnungssuche

Überhaupt scheint die Gemeinde Gansingen ihre Pflichten erfüllt zu haben – auch wenn diese mehr als die materielle Hilfe vorschreiben. Balz Bruder, Sprecher des Sozialdepartements im Kanton Aargau, gibt einen Einblick in die Pflichten, betont allerdings, nicht auf den Fall in Gansingen Bezug zu nehmen. «Im Rahmen der immateriellen Hilfe hat die Gemeinde die Möglichkeit, bei der Wohnungssuche zu unterstützen», sagt Bruder. In der Regel würden die Gemeinden den Klienten angeben, wie sie sich selber helfen können. Etwa dadurch, dass sie entsprechende Internetseiten oder Zeitungsinserate weitergeben, wie dies im Fall von Gansingen geschehen ist.

«Wenn eine Auflage oder Weisung besteht, eine Wohnung mit tieferen Mietzinskosten zu suchen, muss die Gemeinde die Höhe der Miete so ansetzen, dass es realistisch ist, in der Gemeinde mit Unterstützungswohnsitz eine Wohnung zu finden», sagt Bruder weiter.

Gemeinde muss Obdach bieten

Drohe einem Sozialhilfeempfänger trotzdem die Obdachlosigkeit, so ist die Gemeinde für ein Obdach zuständig. «Aus diesem Grund ist eine präventive Unterstützung seitens der Gemeinde für die Wohnungssuche empfehlenswert», sagt Bruder. Die Gemeinden können entweder Notunterkünfte selber erstellen und betreiben, oder diese Aufgabe mit entsprechender Kostenbeteiligung an Dritte übertragen. Sie arbeiten unterschiedlich mit verschiedenen Anbietern zusammen. Im Raum Baden ist es etwa das christlich soziale Hilfswerk «Hope», das unter anderem ein Wohnzentrum bietet.