Laufenburg
Wohngruppe Weiher: Ein Ort der gelebten Gemeinschaft

In diesen Tagen jährt sich der Einzug der Stiftung Menschen mit einer Behinderung im Fricktal (MBF) in die Wohngruppe zum Weiher in Laufenburg bereits zum 10. Mal. Die Feierlichkeiten dazu finden am Samstag, 6. Oktober, ab 14 Uhr statt.

Annigna Leutwyler
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Seit einem Jahrzehnt gehört die Wohngruppe Weiher in Laufenburg zu der Stiftung MBF. zvg

Seit einem Jahrzehnt gehört die Wohngruppe Weiher in Laufenburg zu der Stiftung MBF. zvg

«In zehn Jahren hat sich in der Arbeit mit Menschen mit einer Behinderung einiges geändert. Grund genug einen Blick zurück zu werfen», so die MBF-Verantwortlichen.

Haus entspricht den Bedürfnissen

Als die Stiftung MBF 2002 auf der Suche nach einer neuen Liegenschaft für eine Wohngruppe war, wurde die Geschäftsleitung in Laufenburg fündig: Am Weiherweg stand ein grosses Wohnhaus zur Verfügung. Und so konnten im September 2002 die ersten Bewohnerinnen und Bewohner der Wohngruppe zum Weiher einziehen. Das Haus war in vielerlei Hinsicht ideal für die Bedürfnisse seiner neuen Bewohnerinnen und Bewohnern. So standen für alle Einzelzimmer zur Verfügung. Dies war vor zehn Jahren durchaus keine Selbstverständlichkeit und entsprach damit einem hohen Standard. Die Bewohnerinnen und Bewohner wohnten zuvor in einer Wohngemeinschaft in Wegenstetten und schätzten die neue, Infrastruktur und die vielfältigen Möglichkeiten in Laufenburg. Das Haus ist grosszügig geschnitten und die Gartenanlage lädt zum Verweilen ein.

Mit seiner zentralen Lage direkt am Bahnhof und dem grossen Garten ist das Wohnangebot der Stiftung MBF in Laufenburg bis heute sehr attraktiv. Das Angebot der Wohngruppe zum Weiher richtet sich an Menschen, die sich gerne an verschiedenen Arbeiten im Haus beteiligen, die verschiedene Verkehrsmittel nutzen und an Aktivitäten in Laufenburg teilnehmen möchten. Die Bewohnerinnen und Bewohner arbeiten in der Stiftung MBF in Stein. Nachts ist eine Person des Betreuerteams für Krankheit und Notfälle im Bereitschaftsdienst vor Ort.

Tag der offenen Tür

Wer sich ein Bild des Wohnangebots in Laufenburg machen möchte, ist von den Verantwortlichen herzlich zum Tag der offenen Tür am Samstag, 6. Oktober eingeladen. Die Bewohnerinnen und Bewohner freuen sich, von 14 bis 18 Uhr viele Gäste zu empfangen. Die Besucher haben die Möglichkeit, die Bewohner kennenzulernen sowie die Liegenschaft zu besichtigen. Ausserdem können sie sich kulinarisch verwöhnen lassen und die Atmosphäre im und ums Haus geniessen.

Die Veränderungen

Die Arbeit mit Menschen mit einer Behinderung hat in den letzten Jahren einen Paradigmenwechsel erfahren. Früher stand die Fürsorge für die Menschen mit einer Beeinträchtigung im Vordergrund. Fürsorge für jemanden zu tragen, bedeutet aber nicht unbedingt, dass man dem Betroffenen auch zutraut, dass er zumindest in einzelnen Lebensbereichen für sich selbst Verantwortung tragen kann. Die Betreuerinnen und Betreuern handelten für die Menschen mit einer Behinderung und weniger mit ihnen. Beispielsweise überlegten sie gemeinsam, was sie ihren Bewohnern beibringen oder wohin diese sich entwickeln könnten. Die Betroffenen wurden dabei eher weniger einbezogen.

«Unser Ziel ist es heute, mit den Menschen mit einer Behinderung zu arbeiten. Die Teilhabe und Teilnahme an möglichst normalisierten Aktivitäten des Lebens steht im Vordergrund und schliesst mit ein, die Bedürfnisse, die Wünsche und die Entscheidungen von Menschen mit einer Behinderung so weit wie möglich zu berücksichtigen und zu respektieren. Wir versuchen sie einzubeziehen und ihnen dennoch in dem Masse Begleitung und Unterstützung zu bieten, welche aufgrund ihrer Beeinträchtigung benötigt wird», so die MBF-Verantwortlichen. Sie führen weiter aus, dass die Bewohnerinnen und Bewohner nutzen beispielsweise gerne die Angebote in Laufenburg, gehen ins Städtli einkaufen und besuchen Veranstaltungen. Manche Bewohnerinnen und Bewohner benötigen Begleitung und Unterstützung dabei, andere nicht. Aber alle seien sie in der Lage zu entscheiden, was sie tun wollen oder eben auch nicht.

Spricht man von Normalität, schliesst dies auch den Wohnstandard mit ein, der sich von dem der Gesellschaft nicht unterscheiden sollte. Mit der Liegenschaft der WG zum Weiher sowie die sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindende andere Wohngruppe Seerose kann dies ermöglicht werden.