Mettauertal

Wohnen im Stöckli – reloaded

So könnte ein modernes Stöckli nach den Ideen der Wohnbaugenossenschaft dereinst aussehen.

Wohnen im Stöckli

So könnte ein modernes Stöckli nach den Ideen der Wohnbaugenossenschaft dereinst aussehen.

Wie möchte die Bevölkerung im Alter wohnen? Eine Umfrage soll den Bedarf an altersgerechtem Wohnraum klären.

488 Briefe hat die Gemeinde Mettauertal in den letzten Tagen an Einwohner verschickt, die älter sind als 55. Im Couvert steckt eine Umfrage zum Thema «Wohnen im Alter». «Wir möchten ein Gefühl dafür bekommen, wie unsere Einwohner zu diesem Thema stehen», sagt Gemeindepräsident Peter Weber auf Anfrage. Angestossen wurde die Umfrage nicht zuletzt durch die Genossenschaft «Wohnen im Stöckli» mit Sitz in Hellikon. «Genossenschaftspräsident Stefan Hasler ist auf uns zugekommen und hat seine Idee präsentiert», so Weber, «wir denken, dass es eine zukunftsweisende Idee sein könnte.»

Gemeinde unterstützt die Idee

Die Genossenschaft wurde vor knapp einem Jahr gegründet und denkt das alte Konzept eines Stöcklis, in dem die Eltern nach der Übergabe des Bauernhofes an die nächste Generation ihren Lebensabend verbrachten, neu. Als moderne Stöckli plant die Wohnbaugenossenschaft Häuser mit etwa zwölf alters- und behindertengerechten Apartments, Gemeinschaftsküche und einer «Stöckli-Lounge», einem Gemeinschaftsraum. «In jeder Gemeinde gibt es Potenzial für unsere Idee», ist Genossenschaftspräsident Stefan Hasler überzeugt. Er betont, dass die Stöckli kein Pflegeheim sein sollen. Spitex-Besuche seien wie in einer herkömmlichen Wohnung möglich, mehr Pflege werde aber nicht angeboten.

Gemäss eigenen Angaben hat Hasler seit der Genossenschaftsgründung «mit fast allen» Fricktaler Gemeinden das Gespräch gesucht und ist dabei mit der Idee auf Interesse gestossen. Nun folgten – nicht nur in Mettauertal – Umfragen. «Ein konkretes Projekt gibt es aber noch nicht», so Hasler.

Ob sich die Idee in Mettauertal konkretisiert, hängt von den Rückmeldungen auf die Umfrage ab. «Wir möchten wissen, ob und in welchem Zeitraum sich die Einwohner einen Umzug in Alterswohnungen vorstellen können», so Weber. Zudem werden die angeschriebenen Mettauertaler auch gefragt, ob sie sich vorstellen könnten, ihre Liegenschaft für ein solches Projekt zur Verfügung zu stellen. «Geeignete Gebäude gäbe es in allen Dorfteilen», so der Gemeindepräsident. Für ihn ist auch denkbar, dass die Stöckli generationenübergreifend genutzt werden.

Die Genossenschaft «Wohnen im Stöckli» würde die Projekte finanzieren und die Alterswohnungen betreiben. «Interessierte aus den Gemeinden können sich aber daran beteiligen», so Stefan Hasler. Peter Weber betont, dass die Gemeinde Mettauertal keine Steuergelder für die Realisierung des Projekts verwenden werden. «Aber wir stehen zu hundert Prozent hinter der Idee und möchten eine Plattform zum Dialog bieten.»

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