Möhlin
Wohnen im Alter – Irgendwann ist jeder betroffen

Verschiedene sozial engagierte Institutionen, Personen und die Gemeinde Möhlin luden alle Interessierten zu einem Sozial-Apéro ins Wohn- und Pflegezentrum Stadelbach ein. Das Thema «Wohnen im Alter» stiess auf sehr grosses Interesse.

Hildegard Brunner
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Viel interessiertes Publikum beim Sozialapéro in Möhlin mit Referentin alt Regierungrätin Stephanie Mörikofer (vorne Mitte)

Viel interessiertes Publikum beim Sozialapéro in Möhlin mit Referentin alt Regierungrätin Stephanie Mörikofer (vorne Mitte)

Hildegard Brunner

Im Gespräch mit älteren Menschen hört man meist immer wieder das gleiche: jeder möchte im Alter am liebsten lebenslänglich in seinem gewohnten Heim bleiben.

Doch leider ist das nicht immer möglich. Und die Tatsache, dass die Bevölkerung immer älter wird, trägt mit dazu bei, dass irgendwann der Moment kommt, wo man den letzten Lebensabschnitt planen muss.

Erste Anlaufstelle ist meist die Spitex. In Möhlin stellte sich die neue Geschäftsführerin der Spitex Fricktal AG Frau Claudia Kirsch, Magden, persönlich vor. Man rechne, dass bis 2030 sich die Zahlen der Senioren verdoppeln werden.

Auch die Tatsache, dass «ambulant» länger je mehr den Vorrang habe vor «stationär» bringe der Spitex zusätzliche Arbeit. Und obwohl die Spitex nicht billig ist, sei es volkswirtschaftlich gesehen die günstigste Lösung-

Verschiedene Wohnformen

In einem sehr anschaulichen Vortrag erläuterte Stephanie Mörikofer, alt Regierungsrätin des Kantons Aargau und langjährige Präsidentin des Spitex-Verbands Schweiz und seit 3 Jahren in Kaiseraugst in der Alterskommission, welche Möglichkeiten den älteren Menschen heute offen stehen.

Man müsse akzeptieren, dass die Zeit komme, wo die Alltagsarbeiten zur Last werden, weil einem die Kraft fehlt. Wer genügend finanzielle Mittel hat, kann Hilfskräfte engagieren.

ber auch die bisherige Wohnsituation ist oft nicht ideal, schnell passieren Unfälle, Stürze. Und die meisten Wohnungen sind nicht rollstuhlgängig. Besonders problematisch wird es, wenn man alleinstehend ist. Denn oft wohnen die «Jungen» nicht am selben Ort.

Jeder Fall ist anders

Jeder Fall ist anders, aber die meisten möchten einen Eintritt ins Alten- oder Pflegeheim hinausschieben, wobei es zu beachten gilt, dass diese lange Wartezeiten haben.

Was gibt es sonst für Möglichkeiten? Die Wohnung behindertengerecht anpassen, sich nach einer Betreuungsperson umsehen, in eine Alterswohnung zügeln, die Spitex in Anspruch nehmen? Stephanie Mörikofer schilderte sehr anschaulich, was für Alternativen möglich sind und verschweigt nicht, dass man ein gutes finanzielles Polster braucht,

Alterswohngemeinschaft

10 % der älteren Personen könnten sich vorstellen, so Bernadette Kern, Vertreterin der Gemeinde Möhlin, in einer Wohngemeinschaft zu leben. Die Möhliner haben mit dem Umbau der historischen Villa Kym ein viel versprechendes Projekt in Angriff genommen. Da es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt, muss man beim Umbau die entsprechenden Bestimmungen beachten.

Es wird sieben Wohnungen geben sowie Gemeinschaftsräume. Man rechnet, dass die Wohnungen im Oktober 2014 bezugsbereit sein werden. Die Vermietung und Verwaltung obliegt dem Wohn- und Pflegezentrunm Stadelbach. Dort erhält man auch ausführliche Prospekte

Im Anschluss an den offiziellen Teil des sehr informativen «Sozialapéros» konnte man bei einem Apéro riche fürs Erste verdrängen, dass wir alle älter werden und man sich mit den angeschnittenen Problemen früher oder später praktisch auseinandersetzen muss.

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