Wölflinswil
Ersatz im Gemeinderat gesucht: Erster Kandidat stellt sich zur Wahl

Zum Ende des Jahres wird Gebi Maier nach 18 Jahren im Gemeinderat Wölflinswil sein Amt auf eigenen Wunsch abgeben. Die Wahl findet am Freitag während der Gemeindeversammlung statt. Neben einem offiziellen Anwärter soll es noch weitere Kandidaten geben.

Andrea Worthmann
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Die Gemeinde Wölflinswil wählt bei der Einwohnerversammlung ein neues Gemeinderatsmitglied.

Die Gemeinde Wölflinswil wählt bei der Einwohnerversammlung ein neues Gemeinderatsmitglied.

Dennis Kalt (19.03.2020)/Aargauer Zeitung

Man sei zuversichtlich, dass am kommenden Freitag ein neues Gemeinderatsmitglied gewählt werde, sagt Gemeindeammann Giuliano Sabato. Nach dem Rücktritt des langjährigen Mitglieds Gebi Maier per 31. Dezember soll nun die Nachfolge geklärt werden. An der Gemeindeversammlung werden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in einer geheimen Wahl darüber entscheiden.

Wahlvorschläge während der Versammlung

«Die Eigenschaft von Versammlungswahlen ist», so erklärt Sabato, «dass spontan Kandidatinnen oder Kandidaten aufgestellt werden können.» Auch eine kurze Begründung kann gegeben werden. Ist die gewählte Person bei der Versammlung anwesend, muss diese vor Ort die Wahl annehmen oder ablehnen. Der Gemeinderat sagt in einer schriftlichen Botschaft an die Stimmberechtigten:

«Wir sind überzeugt, dass es gelingen wird, wiederum eine engagierte, couragierte und teamfähige Person in das verantwortungsvolle Amt des Gemeinderates zu wählen.»

Die gewählte Person wird für die laufende Amtsperiode bis 2025 den Platz von Gebi Maier übernehmen. Maier, der seit 2005 Mitglied des Gemeinderates ist, begründete im Juli dieses Jahres seinen Rücktritt so, dass er verschiedene gemeindepolitische Vorstösse nicht mittragen könne oder wolle.

Die Entscheidung sei ihm leicht gefallen, so Maier im Sommer, und er ist überzeugt davon, in all den Jahren einiges für seine Heimatgemeinde Wölflinswil getan zu haben.

Erster offizieller Kandidat steht fest

Vor einem Jahr bei der Gesamterneuerungswahl knapp gescheitert, stellt sich Reto Herzog aus Wölflinswil wieder für das Amt zur Verfügung. Von Jugendbeinen an engagierte sich Herzog in Vereinen. Er leitete die Jugi, hat lange Dienst in der Feuerwehr geleistet und ist Präsident der Schützengesellschaft. Seine Motivation erklärt Herzog so:

«Mir liegt einfach das Ortsgeschehen am Herzen und ich denke als Gemeinderat ist es das höchste Gut, im Dorf helfen zu wollen.»

Von Kollegen habe er gehört, es würden noch weitere Kandidatinnen und Kandidaten antreten und er würde sich auch freuen, wenn es zu einer Auswahl kommt, denn: «Wenn man nur bestätigt wird, weil man allein ist, ist es etwas schwierig», sagt Herzog und ist überzeugt, dass Wölflinswil mit seinen rund 1000 Einwohnern sehr viel potenzielle Anwärterinnen und Anwärter hat.

Reto Herzog, alter und neuer Gemeinderatskandidat Wölflinswil.

Reto Herzog, alter und neuer Gemeinderatskandidat Wölflinswil.

zvg

Herzog ist zuversichtlich für kommenden Freitag und sollte es jemanden geben, der oder die mehr Stimmen bekommt als er, würde es für ihn auch in Ordnung sein. Das sei schliesslich die direkte Demokratie und mache den Charakter der Schweiz aus. Durch seine Vereinsarbeit und auch als ehemaliger Hauswart der Gemeinde kenne man ihn. Er sagt:

«Die Leute wissen schon, wo meine Ecken und Kanten sind.»

Wenn ein Kandidat oder eine Kandidatin beim ersten Wahlgang nicht die absolute Mehrheit bekommt, entscheidet ein zweiter Wahlgang mit den meisten Stimmen für eine Person über die Wahl. Eigentlich kann bei der Wahl am Freitag nichts mehr schiefgehen, es sei denn, die gewählte Person würde die Wahl nicht annehmen. Im Fall von Reto Herzog ist das allerdings nicht zu erwarten.