Rheinfelden
Wo Ko-Ko nicht mit Yum-Yum flirten durfte

Die Fricktaler Bühne lud in Rheinfelden zur Premiere der Operette «Der Mikado». Das Ergebnis der «Japanreise» war ein Festspiel aus Musik, Gesang und Schauspiel.

Catarina Martins
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Japan – das Land der aufgehenden Sonne, der bunten Kimonos und der strahlenden Gesichter. Genau dorthin entführte die Fricktaler Bühne die Zuschauer mit der Operette «Der Mikado». Besser gesagt nach Titipu, wo das Flirten verboten ist und mit dem Tode betraft wird. Ko-Ko (Claus Gerstmann), der zuerst zu Tode verurteilt worden war, weil er mit Yum-Yum (Jeanne Pascale) geflirtet hatte, ist nun Oberhofscharfrichter und will Yum-Yum zur Frau nehmen.

Seine Pläne werden aber vom jungen Nankie-Poo (Jesse Ragland) durchkreuzt, der sich in Yum-Yum verliebt hat. Ko-Ko sieht nur einen Ausweg, um seine Auserwählte zu ehelichen: Nankie-Poo muss weg. Am besten hackt er ihm sofort den Kopf ab. Die Liebenden lassen sich aber nicht so schnell von Ko-Ko unterkriegen und setzten alle Hebel in Bewegung, um zu heiraten. Ein aberwitziges Hin und Her beginnt.

Die Premiere von «Der Mikado» war ein voller Erfolg. Im «Bahnhof»-Saal vermischte sich Vorfreude mit Grüntee und Gesichtspuder. Proseccoflöten klirrten beim Anstossen, Krawatten raschelten beim Zurechtrücken und Absätze klapperten beim Gehen auf dem Holzboden zwischen den Sitzreihen. Unter der Leitung von Dirigent Iwan Wassilevski unterstrich das Live-Orchester die Handlungen der Operette und war teilweise auch direkt in den Szenen involviert.

Während über zwei Stunden fesselte «Der Mikado» dank Gefühl, Spannung und Satire. Allen voran wurde auf die Eurokrise geschossen. «Die Fricktaler Bühne wagte viel und gewann viel – nämlich die Herzen der Zuschauer», gratulierte Regierungsrat und Produktionsgötti Roland Brogli dem Ensemble. Der Rheinfelder Stadtammann Franco Mazzi war nicht minder begeistert und bekräftigte: «Die Operette ist wie jedes Mal ein Höhepunkt im kulturellen Leben im Fricktal.»

Vorbereitung dauerte über ein Jahr

Die Rheinfelder Stadträtin und OK-Präsidentin Béa Bieber war überaus zufrieden, dass die Darbietung der anspruchsvollen Operette, deren Vorbereitung über ein Jahr dauerte, bei der Premiere frenetischen Applaus fand. Über 50 Profis sowie 30 Chorsänger und zirka 30 weitere Helfer sorgten dafür, dass jeder Lidstrich und jede Note sassen.

In der diesjährigen Produktion förderte man besonders die junge Leute, was Béa Bieber als sehr guten Entscheid empfand und die Leistung der jungen Mitwirkenden, aber auch aller anderen Akteure vor und hinter der Bühne, lobte. «Wir sind stolz darauf, Botschafter des kulturellen Schaffens für und im Fricktal zu sein», betonte sie.

Die Fricktaler Bühne ist seit 38 Jahren und 18 Aufführungen nicht nur zu einem beliebten Anlass für die Geniesser der schönen Künste geworden, sondern allen voran eines: ein Teil des kantonalen Kulturerbes.