öffentlicher Verkehr
Wo gibt es im Fricktal die günstigste SBB-Tageskarte?

27 Gemeinden im Fricktal bieten SBB-Tageskarten an – die Einwohner reisen damit um bis zu 45 Prozent günstiger. Unsere Übersicht zeigt, wo es die billigsten Tageskarten gibt.

Thomas Wehrli
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SBB-Tageskarten im Fricktal

SBB-Tageskarten im Fricktal

Aargauer Zeitung
Das SBB-Tageskarten-Angebot der Fricktaler Gemeinden im Überblick.

Das SBB-Tageskarten-Angebot der Fricktaler Gemeinden im Überblick.

Aargauer Zeitung

Ab in die Berge, heisst es für viele Wanderfreunde auch am kommenden Wochenende – sofern das Wetter mitspielt. Es gilt, die letzten Tage, an denen die Bergbahnen in Betrieb sind, zu nutzen. Wer garantiert staulos an sein Ziel kommen will, nutzt dazu am Besten die Bahn – und diese vorzugsweise mit einer Gemeinde-Tageskarte.

Frei nach dem Motto: «Der Kluge reist im Gemeinde-Zuge» lässt sich so bares Geld sparen. Kostet eine normale SBB-Tageskarte 71 Franken (9-Uhr-Karte:
58 Franken), bekommt er den Fahr-Freipass bei den Kommunen schon für 38 bis 48 Franken. Ersparnis: bis zu 45 Prozent – und er muss erst noch nicht im Besitze eines Halbtax-Abos sein.

Das Angebot lohnt sich – für den Reiselustigen ebenso wie für die Gemeinde. Sie bietet ihren Einwohnern einen Mehrwert an, der zwar nicht matchentscheidend ist, aber heute doch zum guten Ton gehört: Von den 35 Fricktaler Gemeinden (inklusive Bözen, Effingen und Elfingen im Bezirk Brugg) bieten laut einer Umfrage der az 27 zwei oder mehr Tageskarten an. Zusammen kommen die Gemeinden auf 53 Tageskarten (2009: 31). Als bislang letzte Gemeinde kam Oeschgen hinzu, das seit diesem Februar zwei Karten im Sortiment hat. «Die Auslastung liegt bei fast 100 Prozent», freut sich Gemeindeschreiber-Stellvertreterin Monika Bur.

Finanziell dagegen lohnen sich die Tageskarten kaum. Ziel ist denn auch meist «nur» eine schwarze Null. Die Gemeinden zahlen aktuell 12 900 Franken pro Tageskarte und Jahr; ab Dezember werden es 13 300 Franken sein. Damit die Tageskarten-Rechnung ausgeglichen schliesst, braucht es bei einem Preis von 40 Franken pro Tageskarte eine Auslastung von 89 Prozent, bei 45 Franken eine solche von 79 Prozent. Anders formuliert: Ab rund 320 verkauften Tageskarten pro Kartenset fährt die Gemeinde einen Gewinn ein.

Die meisten Gemeinden erreichen diese Quote oder kommen ihr zumindest sehr nahe. Eine Ausnahme bildet Wegenstetten, das erst 2013 auf den Tageskarten-Zug aufgesprungen ist. Die Auslastung lag im letzten Jahr lediglich bei 54,5 Prozent. «Das Angebot ist wahrscheinlich noch zu wenig bekannt», begründet Gemeindeschreiberin Brigitte Schmid Schüpbach die mässige Auslastung. Droht der Tageskarte also schon wieder das Aus? Nein, sagt Schmid, «wir wollen zuwarten, wie sich der Verkauf im nächsten Jahr entwickelt». Zumindest 2015 heisst es also auch in Wegenstetten noch: Bahn frei.

Markt ist gesättigt

Eines fällt auf: Anders als vor fünf Jahren, als praktisch alle Gemeinden (stark) steigende Auslastungsquoten vermeldeten, ging diese im letzten Jahr bei einigen sogar zurück. In Stein etwa. Hier lag die Auslastung 2013 bei 84,5 Prozent – 2009 waren es fast 90 Prozent. Den Grund dafür ortet Gemeindeschreiber Sascha Roth zum einen im höheren Preis, den die SBB verlangen und die Gemeinden den Kunden weiter verrechnen (2009 kostete eine Tageskarte im Schnitt 35 Franken). Zum anderen liege es daran, «dass immer mehr Gemeinden Tageskarten im Angebot haben».

Der Markt scheint gesättigt. Bereits reagiert hat darauf Magden. 2013 bot die Gemeinde vier Tageskarten an. «Aufgrund der tieferen Auslastung wurde 2014 auf drei Tageskarten reduziert», erklärt Nicole Müller, Leiterin Einwohnerdienste. Dank dieser Massnahme konnte die Auslastung in den ersten neun Monaten dieses Jahres wieder auf 89 Prozent gesteigert werden.

Eine andere Möglichkeit, den Einwohnern den Tageskarten-Service anzubieten, das finanzielle Risiko aber klein zu halten, nutzen beispielsweise Zeiningen, Zuzgen und Hellikon: Sie bieten zusammen drei Tageskarten an. Mit einer Auslastung von 89,4 Prozent liegt das Trio im vorderen Drittel.

Absoluter Spitzenreiter in Sachen Auslastung war 2013 Möhlin. Die sechs Tageskarten waren im Schnitt zu 98 Prozent gebucht.

Wer eine Tageskarte auf Nummer sicher haben will, muss diese möglichst früh buchen. Einheimische können dies in der Regel jederzeit; Auswärtige oft nur einige Tage im Voraus. Hier gilt: «De Schnäller isch de Gschwinder.»