Vor mehr als 90 Jahren, am 15. Mai 1925, ist Walter Mittelholzer tief geflogen und hat diese Luftaufnahme in schräger Sicht aufgenommen. Vorn sind das bewaldete Rheinufer von badisch Laufenburg und der Lachengraben zu sehen. Sonst geht der Blick über drei Fabrikanlagen und ein Gasthaus. Hinter dem viergeschossigen Bau in der Mitte, hinter der Seidenweberei Näf, ist der Ostbahnhof zu sehen. Dann ein weitgezogenes Feldgebiet mit punktueller Bebauung, eine Fläche, die damals noch weitgehend zur Gemarkung Stadenhausen gehörte.

Ackerfläche ist heute Parkplatz

Das schwarz-weisse Quadrat mit einem Schornstein ganz links ist die Seidenweberei Eggemann, Lange & Cie, 1894 gegründet und mehrfach in Schedbauweise erweitert. Auf diesem Areal steht heute das Edeka-Center, die Feld- und Ackerfläche rechts daneben dient nun als Parkplatz. Ein Jahr vorher errichtete die Schweizer Textilfabrikanten-Familie Näf eine mehrgeschossige Weberei, an die vor dem Zweiten Weltkrieg rechts ein Schedbau angefügt wurde. Dahinter befinden sich wohl Bündten, also Gärten. Nach einem weiteren Ackerstreifen und einer Sandgrube kommt die Firma Kurt Schmiede, die Teile für Textilmaschinen produzierte. Der Schornstein stammt von einem früheren Werk an dieser Stelle. Die Villa im Süden wurde 1911 erbaut. 1939 übernahm der Berliner Hugo Wuttig die Gebäude und die Villa, die danach Villa Wuttig genannt wurde. Im Herbst 1999 wurde die Firma geschlossen und im Januar 2004 die Villa abgerissen.

«Kaiserkrone» abgerissen

Wieder fällt ein Gebäude auf, die stattliche Wirtschaft «Kaiserkrone». Dahinter biegt der alte Weg nach Stadenhausen ab. Die «Kaiserkrone» wurde 2003 abgerissen, um eine Zufahrt zur neuen Rheinbrücke zu schaffen, die am 17. Dezember 2004 eröffnet wurde.

Jenseits von Strasse und Eisenbahnlinie ist ganz links die Villa des Fabrikanten Karl Eggemann zu sehen, 1904 bis 1907 erbaut und 1983 abgerissen, da der Erhalt des denkmalgeschützten Hauses nicht mehr zu bezahlen war. Das Wohnhaus daneben liess 1898 der Fabrikdirektor Hermann Meili bauen. Beim nächsten Haus war der Kaufmann Johann Baptist Mutter aus Murg der Besitzer. Dann das stattliche Zollhaus, 1908 von der Reichsfinanzverwaltung geschaffen. Zwei Eingänge, zwei Hausnummern, Platz für jeweils vier Familien der Zöllner.

Weiter rechts in der Grunholzer Strasse sind noch einige Bauten auszumachen. Nach Süden knickt die heutige Hermann-Suter-Strasse ab. Oben das Haus Baumgartner. Dann ein Haus für Postbeamte. Rechts davon ein Doppelhaus und darunter ein weiteres Doppelhaus, dessen oberer Teil der Rhinaer Firma Nitrum gehörte, der untere Teil einer Familie Höckerle. Allesamt Bauten der frühen 1920erJahre.