Wittnau
Die Damenriege trainiert mit Klopapier und bei der Schulleiterin glühen die Telefonleitungen

Die Jahreschronik «Adlerauge 2020» ist erschienen. Auf rund 20 Seiten geben Bewohner und Vereine einen Einblick, wie die Pandemie ihren Alltag auf den Kopf gestellt hat und wie sie die Coronaherausforderung gemeistert haben.

Dennis Kalt
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Das «Adlerauge 2020» blickt zurück auf ein turbulentes Jahr und wartet mit unterhaltsamen Geschichten aus Wittnau auf.

Das «Adlerauge 2020» blickt zurück auf ein turbulentes Jahr und wartet mit unterhaltsamen Geschichten aus Wittnau auf.

Bild: zvg

Das «Adlerauge» – die Wittnauer Dorfchronik – ist im 33. Jahrgang erschienen. «Was für ein Jahr – das 2020!», heisst es im Editorial. «Noch nie in der jüngeren Geschichte unseres Landes wurde das Leben für viele Bewohner derart auf den Kopf gestellt.» Und so verwundert es nicht, dass die Chronik mit rund 20 Seiten an persönlichen Berichten aufwartet, die einen Einblick geben, wie Wittnauerinnen und Wittnauer mit den Herausforderungen der Pandemie in ihrem Alltag fertig wurden.

Da ist etwa Tamara Ullmann, Technische Leiterin der Damenriege. Sie erzählt, wie der Verein online Turnstunden über die Videokonferenzplattform Zoom durchführte. Im entsprechenden Beitrag heisst es:

«Die Trainings wurden ganz vielfältig gestaltet, beispielsweise mit WC-Papier und PET-Flaschen anstelle von Tennisbällen und Thera-Bändern.»

So habe man trotz Lockdown zusammen in Bewegung bleiben und nach dem Training gemeinsam mit einem Bier anstossen können.

Die Welle der Verunsicherung trifft das Schulleiterbüro

Schulleiterin Gabi Müller-Tschudi erzählt, wie die Welle der Verunsicherung auch über das Schulleiterbüro schwappte, als an jenem Freitagnachmittag im März der Bundesrat den ersten Lockdown verkündete. Am Lesen der offiziellen Mitteilung des Kantons war sie gerade,«da läuteten bereits alle drei Telefone gleichzeitig». Den Montag darauf erlebte sie wie folgt:

Schulleiterin Gabi Müller-Tschudi

Schulleiterin Gabi Müller-Tschudi

Bild: zvg
«Die Leere des Schulhauses und des Kindergartens und das fehlende Kinderlachen wirken sehr seltsam auf mich. Es fühlt sich alles surreal an.»

Manuel Schmid, der seit über 20 Jahren für die Post arbeitet, berichtet von den sprunghaft angestiegenen Bestellungen bei den Grossverteilern wie Migros, Coop und Volg. «Auf dieses Volumen war niemand vorbereitet», so Schmid. An manchen Tagen sei es auf der Zustellstelle in Frick zu und her gegangen wie auf einem Grossmarkt für Lebensmittel.

Der Trend zum Onlineshopping zeichnete sich zwar schon vor Corona ab, die Pandemie habe diesen jedoch noch einmal beschleunigt. Daher kommt Schmid denn auch zum Schluss:

«So sprechen wir nicht mehr von einer Vorweihnachtszeit mit vielen Paketen, nun ist Weihnachten das ganze Jahr.»