Wie geht es mit dem Restaurant Ryburg in Möhlin weiter? Wirtin Susana Macedo verlässt das Restaurant im Spätsommer. Das bestätigt sie gegenüber der az. Der Pachtvertrag läuft Ende August aus, Ende Juli möchte Macedo zumachen. Dem «Rybürgli», wie Möhliner die Traditionsbeiz liebevoll nennen, droht das Aus.

Erst vor knapp drei Jahren hatte Macedo das Restaurant übernommen, gemeinsam mit dem ehemaligen Wirt des «Ochsen» in Rheinfelden, Fernando Mato. Die beiden hatten sich zum Ziel gesetzt, ein «kleines Stück Spanien» nach Möhlin zu bringen. Das zeigt sich auf der Speisekarte: Da sind neben gutbürgerlicher Schweizer Küche auch iberische Spezialitäten wie Paella, Muscheln oder Tapas zu finden.

Macedo macht die schwierige Situation, in der die Gastronomie allgemein stecke, verantwortlich für das Aus. «Es ist im Moment eine echte Katastrophe», sagt sie. «Ein Restaurant lässt sich so kaum wirtschaftlich betreiben.» Im «Rybürgli» stünden ausserdem verschiedene Investitionen an, sagt Macedo.

Mehr Zeit für die Familie

Zuletzt führte sie das Restaurant in Möhlin allein. Wie es mit ihr nun weitergehe, sei noch offen, sagt sie. Erst einmal möchte sie die zusätzliche freie Zeit ihrer Familie widmen und sich wieder vermehrt um ihre beiden Kinder kümmern können.
Genau so offen ist die Zukunft des Restaurants selber. Besitzerin Edith Bürgin hatte mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann einst selbst während fast 30 Jahren im «Rybürgli» gewirtet. Ab 1989 verpachteten Bürgins das Restaurant.

Seither sei es zunehmend schwieriger geworden, einen «guten und geeigneten Wirt» zu finden, sagt Bürgin. Die langen Arbeitstage, das schwierige Umfeld in der Gastronomie: «Wirt ist derzeit alles andere als ein gesuchter Beruf», so Bürgin.
In den letzten Jahren gab es im Restaurant Ryburg mehrere Wirte-Wechsel. Oft fürchteten die Ryburger um die Beiz. Sie stellt gerade für Vereine und Fasnachtscliquen einen wichtigen Treffpunkt dar und war lange Zeit für die ausschweifenden Fasnachtsparties bekannt.

Neuer Wirt oder Verkauf?

Zwar helfen die beiden Söhne mit, aber die häufigen Wechsel der Pächter und die immer wieder neue Suche seien trotzdem anstrengend, sagt die Besitzerin. Sie überlegt sich deshalb, ob sie überhaupt noch einmal einen neuen Pächter sucht oder die Liegenschaft allenfalls verkauft. Das Grundstück an der Riburgerstrasse umfasst über 2000 Quadratmeter Fläche.
Ein Verkauf würde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das Ende für die Traditionsbeiz bedeuten. Und das täte auch Edith Bürgin weh. Gerne erinnert sie sich an die eigene Wirtetätigkeit im «Rybürgli»: «Das war eine anstrengende, aber schöne Zeit. Wir hatten einen guten Draht zu den Ryburgern und viele Stammgäste.» Es seien aus jener Zeit einige lustige Anekdoten geblieben.

Immer weniger Beizen

Auch bei Gemeindeammann Fredy Böni löst der Gedanke ans mögliche Ende des «Rybürgli» einige Wehmut aus. «Es ist schade um jedes Restaurant im Dorf, das zu geht», sagt er. In den letzten Jahren schlossen in Möhlin einige Beizen; unter anderem das «Café Schaffner», das Restaurant Rössli und zuletzt das Landgasthaus Adler. «Ich würde es sehr bedauern, wenn das Restaurant Ryburg nun folgen würde», sagt Böni. Er habe aber auch Verständnis für die schwierige Situation der Wirte und Besitzer.