Laufenburg

Wirte ärgern sich über deutsche Sonderregelung bei Lunch-Checks

Wirte auf Schweizer Seite von Laufenburg ärgern sich über Lunch-Check-Regelung.

Wirte auf Schweizer Seite von Laufenburg ärgern sich über Lunch-Check-Regelung.

Es ist nur eine Brücke, die das deutsche vom Aargauer Laufenburg trennt. Für die Wirte sind es trotzdem Welten. Was sie wütend macht: Durch eine Sonderregelung sind Schweizer Lunch-Checks auch in vier Restaurants im deutschen Laufenburg einlösbar.

Im deutschen Laufenburg sind die Restaurants voll. Auf der Schweizer Seite oft leer. Mit den Preisen auf der deutschen Seite können die Aargauer nicht konkurrenzieren, das wissen sie. Was sie darum wütend macht: Durch eine Sonderregelung sind Schweizer Lunch-Checks auch in vier Restaurants im deutschen Laufenburg einlösbar.

Lunch-Checks sind bei den Gastronomen beliebt, weil sie abzüglich einer kleinen Kommissionsgebühr eins zu eins vergütet werden, und das schnell und unkompliziert. Lunch-Checks werden von Unternehmen gekauft und an ihre Mitarbeiter abgegeben. Damit sollen auch lokale Gastrobetriebe gefördert werden. Eine gute Sache also. In Laufenburg bekommen beispielsweise die Mitarbeiter von Swissgrid Lunch-Checks. Zwischen 100 bis 150 Mitarbeiter arbeiten am Standort Laufenburg.

Erika Lagler wirtet im «Café Spatz Warteck» im Aargauer Laufenburg. Sie ärgert sich über diese Sonderregelung. «Wenn ich mit früher vergleiche, dann bezahlen heute bei uns viel weniger Kunden mit Lunch-Checks.» Heute würden die Leute vorbeispazieren und die Lunch-Checks im deutschen Laufenburg einlösen. Gleichzeitig wundern sich die Leute, dass im Schweizer Laufenburg jedes Restaurant dichtmache. Manche würden sich sogar noch beschweren, dass sie ihren Betrieb um 19.30 Uhr schliesse. Wenn Lagler abends schliesst, stand sie 12 Stunden hinter dem Tresen.

Was die Wirtin ärgert: «Heute schaut jeder nur noch für sich.» Zur Swissgrid sagt sie: «Wir beziehen schliesslich auch Leistungen dort.» «Und es seien ja Schweizer und nicht deutsche Lunch-Checks.

Gleich gegenüber wirtet Anne Weber in der «Taverne zum Adler». Sie sagt: «Wir sind auf die Gäste der verbleibenden Industriebetriebe angewiesen vor allem beim Mittagessen.» Die Mitarbeiter der Swissgrid seien deshalb gern gesehene Gäste. «Es tut schon weh im Herzen, wenn scharenweise Gäste über die Grenze gehen zum Essen.» Schliesslich gebe es nichts Schöneres als ein volles Restaurant. Anne Weber wohnt selber im deutschen Laufenburg. Auch wenn es schwierig ist, auf der Schweizer Seite zu wirten – ihr Herz hängt an der Taverne.

Einlösen kann man die Lunch-Checks beispielsweise im «New Shanghai» im deutschen Laufenburg. «Die Gäste haben uns danach gefragt, darum haben wir bei Lunch Check angefragt», sagt Geschäftsführer Xiao Xu. Bezahlt werde in seinem Restaurant täglich mit Schweizer Lunch-Checks.

Bei Lunch-Check heisst es auf Anfrage: «Die deutschen Restaurants wurden auf ausdrücklichen Wunsch der Betriebe in Laufenburg aufgenommen. «Wir haben das nicht aus eigenem Antrieb gemacht. Einer dieser Betriebe sei seit kurzer Zeit nicht mehr in Laufenburg ansässig. «Dies ist sicher eine Erklärung für den Ertragsrückgang der Lunch-Checks», sagt Thomas Recher, Direktor der Genossenschaft.

Die vier Restaurants sind nicht auf der offiziellen Liste der rund 5000 Restaurants aufgeführt, die Lunch-Checks als Zahlungsmittel akzeptieren.

«GastroAargau»-Präsident Josef Füglistaller sieht die Lunch- Checks nicht als Zünglein an der Waage beim Umsatz der Wirte. «Die Wirte im Aargauer Laufenburg befinden sich aber in einer Situation, in der alles eine Rolle spielt.» Füglistaller hat Verständnis für sie.

Allerdings gibt er zu bedenken, dass man Laufenburg nicht touristisch als eine Stadt verkaufen könne, dann aber trotzdem wieder eine Grenze ziehe.

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