Kaiseraugst
Wird sie Nachfolgerin von Sibylle Lüthi? Françoise Moser kandidiert als Präsidentin

Vizepräsidentin Françoise Moser will die Nachfolge von Sibylle Lüthi antreten. Die Gemeindepräsidentin von Kaiseraugst hat sich entschieden zurückzutreten – Moser kann das verstehen.

Marc Fischer
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Bei den Gesamterneuerungswahlen im vergangenen September erzielte Moser das zweitbeste Resultat.

Bei den Gesamterneuerungswahlen im vergangenen September erzielte Moser das zweitbeste Resultat.

zvg

Nur einen Tag, nachdem die Kaiseraugster Gemeindepräsidentin Sibylle Lüthi ihren Rücktritt bekannt gegeben hat, steigt die aktuelle Vizepräsidentin Françoise Moser ins Rennen um Lüthis Nachfolge. «Ich werde mich am 10. Juni zur Wahl stellen», sagte Moser gestern auf Anfrage der AZ.

Sie habe den Gemeinderat, die Gemeindemitarbeiter und die Ortsparteipräsidenten bereits über ihre Kandidatur orientiert. Die 46-Jährige ist parteilos, amtet seit 2010 als Gemeinderätin und seit 2013 als Vizepräsidentin.

Sowohl Sibylle Lüthi als auch andere Polit-Exponenten hatten Moser bereits als mögliche und geeignete Kandidatin genannt. Bei den Gesamterneuerungswahlen im vergangenen September erzielte Moser das zweitbeste Resultat und wurde als Vizepräsidentin deutlich bestätigt.

Keine Angst, aber Respekt

Der Entscheid, zu kandidieren, sei ihr leicht gefallen, so Moser. Die Tätigkeit im Rat bereite ihr Freude und auch der Zeitpunkt sei für sie günstig. «Ich habe letztes Jahr eine Ausbildung abgeschlossen und meine zwei Kinder sind mit 13 und 16 Jahren relativ selbstständig.» Ihre berufliche Tätigkeit im Marketingbereich werde sie vorerst weiter ruhen lassen. «Priorität hat nun klar die Kandidatur für das Gemeindepräsidium.»

Nach acht Jahren im Amt kennt Moser das politische Klima in Kaiseraugst, die komplexen Geschäfte und die Kritik an den Behörden. All dies hat Sibylle Lüthi aufgerieben und letztlich zum Rücktritt veranlasst. «Vordergründig hat man Sibylle Lüthi nichts angemerkt. Sie hat ihre öffentlichen Auftritte kompetent wie immer absolviert», blickt Moser auf die vergangenen Wochen zurück. Abseits der Öffentlichkeit habe es aber Momente gegeben, in denen man gemerkt habe, dass Lüthi dünnhäutiger geworden sein. «Deshalb kann ich ihren Entscheid auch verstehen.»

Die kritischen Stimmen seien in letzter Zeit in Kaiseraugst sicher lauter geworden als früher, so Moser. Sie führt dies aber auch auf die Komplexität der Geschäfte zurück. «Es sind oft viele unterschiedliche Interessen tangiert.» Angst, bei einer Wahl selber stärker in die Kritik zu geraten, habe sie nicht. Es sei im Vorfeld ohnehin schwierig, abzuschätzen, was auf einen zukomme. «Ich bin positiv eingestellt, habe aber gleichwohl den nötigen Respekt.»

Auch wenn in der Gemeindepolitik die Parteipolitik eine eher untergeordnete Rolle spiele, könne ihre Parteiunabhängigkeit ein Vorteil sein, so Moser. «Ich kann auf alle unvoreingenommen zugehen.»

Für die Zukunft wünsche sie sich, dass in Kaiseraugst «Projekte wieder vermehrt gemeinsam angegangen und entwickelt werden». Dies sei aus ihrer Sicht zielführender, als Kritik zu üben und stur auf einem Standpunkt zu beharren.