Laufenburg
Wird das alte Grundbuchamt doch noch saniert und erweitert?

Das Sanierungs- und Anbauprojekt wird zuerst angenommen, dann kommt es zum Referendum. An der Infoveranstaltung zur Sanierung und Erweiterung des alten Grundbuchamtes sollen die Stimmbürger vor der Abstimmung am 8. März positiv gestimmt werden.

Susanne Hörth
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Die Laufenburger Stadtbehörde kann sich gut vorstellen, dass neben dem Gemeindeverband weitere Mieter in das angebaute Grundbuchamt einziehen werden.

Die Laufenburger Stadtbehörde kann sich gut vorstellen, dass neben dem Gemeindeverband weitere Mieter in das angebaute Grundbuchamt einziehen werden.

zvg

Mit 154 Ja gegen 20 Nein sprach sich das Laufenburger Stimmvolk im November 2014 für die Sanierung und Erweiterung des alten Grundbuchamtes aus. Kurz darauf und mit einer genauso grossen Deutlichkeit wurde mit 353 Unterschriften das Referendum gegen den notwendigen Baukredit von 5 Millionen Franken eingereicht. «Unser Ziel ist es, Informationen aus erster Hand zu liefern und den Stimmbürgern für die Urnenabstimmung am 8. März eine Entscheidungshilfe zu geben», so Moderator Kurt Brandenberger am Dienstagabend. Die Ortsparteien SVP, CVP und FDP sowie weitere Interessierte hatten zum Informationsanlass «Projekt altes Grundbuchamt» eingeladen.

Gegner hielten sich zurück

Der Einladung ging eine Besichtigungstour durch das alte Grundbuchamt voraus. Genutzt wurde dieses Angebot jedoch nur von ein paar wenigen Personen. In der Aula des Burgmatt-Schulhauses war das Interesse, sich von Fachpersonen über verschiedene Bereiche des Projektes informieren zu lassen, dann doch verhältnismässig gross.

Die Stimmung im Saal konnte trotz einiger Verständnis- und Ergänzungsfragen mehrheitlich als positiv gegenüber dem Vorhaben eingestuft werden. Stimmen von den Projektgegnern waren dagegen keine zu vernehmen. Vielfach wurde denn auch betont, dass es schade sei, dass die Leute, die das Referendum unterschrieben haben, die Gelegenheit nicht genutzt haben, um sich selbst mit Fragen einzubringen oder ihre Sicht der Dinge darzulegen.

Architekt Yves Stump präsentierte ein weiteres Mal das umfassende Sanierungs- und Anbauprojekt. «Im Stadtkörper gibt es dadurch keine wirkliche Veränderung», betonte er. Anhand von Visualisierungen machte er deutlich, dass sich der geplante Annex an den heutigen, nicht mehr sanierungsfähigen Anbauten orientiere.

Dem alten Grundbuchamt bescheinigte er eine sehr gute Bausubstanz. So auch dem Dachstuhl mit dem sehenswerten historischen Gebälk. Ein Ausbau des grossen Dachgeschosses sei zurzeit nicht vorgesehen, beantwortete der Architekt eine entsprechende Fragen aus dem Publikum. Führte aber weiter aus, dass dieses oberste Stockwerk mit Treppen und Lift erschlossen werde. Ebenso ist eine Dämmung vorgesehen und zudem wird das Dach neu gedeckt. Das Dachgeschoss ist somit für einen weiteren Ausbau gut vorbereitet.

Auf die Gesamtkosten von 5 Millionen Franken angesprochen, betonte Stumpf, dass sein Architekturbüro diese sicher einhalten werde. «Wir haben in unserem 20-jährigen Bestehen noch nie einen Kostenvoranschlag überschritten.» Die vielfach in Laufenburg spürbare Unsicherheit bezüglich der Kosteneinhaltung hängt mit der massiven Kostenüberschreitung beim Bau der neuen Stadthalle zusammen.

Abriss nicht möglich

«Reisst es doch einfach ab und baut neu.» Diese Aussage aus der Bevölkerung griff Denkmalpfleger Philipp Schneider in seinen Ausführungen auf. Ein solcher Abriss sei baurechtlich nicht möglich. Das alte Grundbuchamt mit Baujahr 1834 ist historisch bedeutungsvoll und als erhaltenswertes Bauwerk mit Volumenschutz eingestuft. «Ein Parkhaus innerhalb der Altstadt zu bauen, ist ein No-go», ging Schneider auf einen weiteren, früher gemachten Vorschlag aus der Bevölkerung ein. Um eine Änderung des Sondernutzungsplans Hinterer Wasen-Grabengärten zu erwirken, würden schnell einmal zehn bis sogar zwanzig Jahre ins Land ziehen.

Dass das Projekt aus finanzieller Sicht absolut vertretbar ist, betonte Richard Schraner. Der Präsident des Verbandes Aargauer Finanzfachleute hat im Auftrag der Info-Veranstalter die Finanzen unter die Lupe genommen. Was passiert bei einem Nein am 8. März mit dem alten Grundbuchamt, wollte ein Versammlungsteilnehmer wissen. Soll das Gebäude nicht einfach dem Zerfall preisgeben werden, müssen für die Sanierung, unter anderem für den Ersatz der sehr veralteten Elektrik, rund 500 000 Franken investiert werden, lautete die Antwort.