Ende August soll der neue Coop-Megastore beim Einkaufszentrum Kaiserhof am Junkholzweg in Kaiseraugst eröffnet werden. Jetzt stellt sich die Frage, ob er danach schon bald wieder geschlossen werden muss. Die Möglichkeit dazu besteht zumindest – weil im bewilligten Baugesuch für den Umbau keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) vorgenommen wurde. Diese wird vom Regierungsrat aber verlangt. Er hiess eine entsprechende Beschwerde des Verkehrs-Clubs (VCS) Aargau gut.

Gemeinderat wusste Bescheid

Ins Rollen gebracht hatte die Geschichte ein Augenschein von VCS-Vertretern vor Ort. Daraus habe sich der Eindruck ergeben, dass Hobbyland und Kaiserhof als zusammenhängende Anlage die Schwellenwerte für eine UVP-Pflicht überschreiten, wie VCS-Präsident Jürg Caflisch erklärt. Diese betragen 500 Parkplätze oder eine Verkaufsfläche von 7500 Quadratmetern.

Recherchen des VCS in den Unterlagen zum Bauprojekt bestätigten das: «Für das projektierte Umbau- und Erweiterungsprojekt ist aufgrund der Verkaufsfläche eine UVP notwendig», schrieb der Kaiseraugster Gemeinderat selber in den Baugesuchsunterlagen. Allein der neue Megastore wird eine Fläche von 3500 Quadratmetern haben. Hobbyland und die anderen Läden im Kaiserhof sind darin nicht eingerechnet.

Warum also wurde auf die UVP verzichtet? Gemeindepräsidentin Sibylle Lüthi nennt zwei Gründe. «Einerseits gingen wir davon aus, dass Hobbyland und Megastore als separate Betriebe gerechnet würden. Andererseits wollten sowohl Coop als auch Gemeinde das Projekt vorwärtstreiben.» Dazu habe man im Vorfeld der Bauarbeiten Verkehrszählungen angestellt. Mit Coop habe die Gemeinde ausgemacht, dass nach dem Umbau noch einmal eine Zählung stattfinden soll. «Nimmt der Verkehr stark zu, können wir Bedingungen stellen», sagt Lüthi. Etwa, dass eine neue Zufahrt gebaut wird.

15 Monate Zeit für neues Gesuch

«Davon erhoffen wir uns mehr, als von einer UVP», sagt Lüthi. Dem Regierungsrat reicht das allerdings nicht. Er verlangt ein neues Baugesuchsverfahren mit UVP. Sollte dieses innerhalb von 15 Monaten nach dem Entscheid nicht abgeschlossen sein, droht ein Nutzungsverbot. «Das gibt uns genügend Zeit», ist Lüthi sicher.

Coop nimmt nur schriftlich Stellung: «Coop nimmt den Entscheid des Regierungsrats zur Kenntnis und analysiert das weitere Vorgehen. Die baubewilligten Umbauarbeiten laufen.» Weitere Aussagen seien zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.