Rheinfelden
Wird aus dem Rheinfelder Altersheim Kloos eine Asylunterkunft?

Das Alters- und Pflegeheim Kloos in Rheinfelden steht leer. Mit fünf Mietinteressenten werden Gespräche geführt. Eine Option ist eine Asylunterkunft in dem Gebäude.

Thomas Wehrli
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Das Alters- und Pflegeheim Kloos steht seit gestern leer. zvg

Das Alters- und Pflegeheim Kloos steht seit gestern leer. zvg

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Das Alters- und Pflegeheim Kloos in Rheinfelden steht seit heute leer: Die Bewohner und Mitarbeiter sind gestern Montag ins neu erstellte Wohn- und Pflegezentrum Salmenpark gezogen. Der Umzug verlief laut Stadtschreiber Roger Erdin reibungslos.

Mit dem Umzug endet die 124-jährige Geschichte des früheren Siechenhauses als Alters- und Pflegeheim. Damit stellt sich für die Stadt, der das Gebäude gehört, die Frage: Was nun? Laut Roger Erdin steht ein Verkauf derzeit nicht zur Diskussion. «Wir wollen die Liegenschaft vermieten.» Ziel sei, das Gebäude als Ganzes zu verpachten. «Eine Aufsplittung in mehrere Gebäudeteile ist kein Thema.»

Gespräche werden laut Erdin aktuell mit fünf Interessenten geführt. Dabei handelt es sich um Firmen, Institutionen, Privatpersonen – und den Kanton. Letzterer möchte im geschichtsträchtigen Haus an der Kaiserstrasse Flüchtlinge unterbringen. «Der Stadtrat lässt auch diese Option prüfen», sagt Roger Erdin und ergänzt: «Alle Varianten kommen gleichermassen infrage; es ist noch kein Vorentscheid gefallen.» Diesen erwartet Erdin «in den nächsten Wochen».

Dass der Stadtrat auch die Option «Asylunterkunft» prüft, hat zwei Gründe: Erstens könnte die Stadt so einen Beitrag zur Bewältigung der nach wie vor angespannten Flüchtlingssituation leisten. Dies wäre, so Erdin, ein Zeichen der Solidarität – mit den Menschen auf der Flucht und den anderen Regionen im Aargau. «Wir erfüllen zwar seit Jahren unsere Aufnahmepflicht», sagt Erdin. «Aber im Vergleich mit anderen Regionen haben wir verhältnismässig wenig Asylsuchende bei uns.»

Das Erfüllen der Aufnahmepflicht ist der zweite Grund, weshalb der Stadtrat das Kloos als Asylunterkunft prüfen lässt. Aktuell muss Rheinfelden 38 Asylsuchende aufnehmen. Dies gelingt auch; in Rheinfelden schwankt die Zahl der Asylsuchenden zwischen 35 und 40. Bleibt die Lage jedoch angespannt, könnte der Kanton die Zuweisungen an die Gemeinden weiter erhöhen. Dann wird auch in Rheinfelden der Raum knapp. «Wir sind laufend auf der Suche nach geeignetem Wohnraum, den wir anmieten könnten», erklärt Erdin. «Doch die Suche gestaltet sich sehr schwierig» Die Plätze im ehemaligen Alters- und Pflegeheim würden der Gemeinde an die Aufnahmepflicht angerechnet. «Damit hätten wir die Aufnahmepflicht voraussichtlich für längere Zeit erfüllt», sagt Erdin.

Wie viele Asylsuchende in der Kloos untergebracht werden könnten, kann Erdin nicht abschätzen. Bislang lebten 21 Senioren im Gebäude. Sie haben nun im Wohn- und Pflegezentrum Salmenpark ein neues Zuhause. Damit geht auch die Ära der Stadt als Altersheimbetreiberin zu Ende: Neu ist Seniocare für den Betrieb zuständig, ein auf Wohn- und Pflegeheime spezialisiertes Unternehmen. Die Mitarbeitenden wurden übernommen.

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