Effingen

«Wir wollen einen Ort der Begegnung schaffen»

Sonnenschein am Eröffnungstag der Backstube an der Dorfstrasse in Effingen. Siu

Sonnenschein am Eröffnungstag der Backstube an der Dorfstrasse in Effingen. Siu

Mit der Brotbackstube hat die Gemeinde einen Ort des kulturellen Austauschs geschaffen. Am Samstag wurde sie eröffnet.

Seit Mai vergangenen Jahres ist die Brotbackstube an der Dorfstrasse ein Herzensanliegen der Gemeinde Effingen. Am Samstag nun wurden die Tore geöffnet. Dies mit Sonnenschein, gutem Wein und Speisen und mit einer Laudatio von Gemeindeammann Andreas Thommen: «In Syrien wird Gastfreundschaft grossgeschrieben», sagte er in seiner Rede, «etwas, wovon wir Schweizer uns eine Scheibe abschneiden können».

Der erste Schritt ist bereits getan. Die Backstube an der Dorfstrasse ist fix fertig saniert und ausgebaut. Bereit, um Asylanten und Flüchtlingen einen Ort der Begegnung und gleichzeitig ein Stück Heimat zu schenken. «Wir wollen, dass diese Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, sich ansatzweise wie zu Hause fühlen», erklärte Gemeinderätin Iris Schütz. «Ich bin sehr stolz darauf, dass wir es geschafft haben, die Backstube zu realisieren», so Schütz weiter. «Ohne alle Helfer und Helferinnen, die hier mitgewirkt haben, wäre das alles gar nicht möglich gewesen.»

Die Backstube an der Dorfstrasse wird von acht Betreuerinnen geleitet, die jeden Mittwochmorgen von 9 Uhr bis 11.30 Uhr mit den Asylanten und Flüchtlingen, aber auch mit Einheimischen der Gemeinde Effingen, Brote aus aller Welt backen.

Voneinander lernen

Man wolle Berührungsängste eliminieren, heisst es vonseiten der Gemeinde Effingen. Ziel des ganzen Projektes sei es, sich kennenzulernen und je nachdem auch voneinander etwas zu lernen. «Wir wissen natürlich nicht, wie viele Flüchtlinge wirklich kommen werden, aber diesbezüglich sind wir positiv eingestellt, da wir ein grosses Zentrum in Frick haben. Und wer weiss, vielleicht ist jemand dabei, der uns beibringen kann, wie man ein klassisches Brot aus seiner Heimat zubereitet», heisst es in der Gemeindeverlautbarung. Das Thema Flüchtlinge und Asylanten ist in der Schweiz ein grosses und delikates. Jeder hat dazu seine Meinung. In Sachen Backstube kommt diese auffallend positiv daher. «Wir haben von den Einwohnern der Gemeinde nicht sehr viele Rückmeldungen bekommen , aber die, die wir haben, sind überraschend positiv», verrät Gemeindeammann Thommen.

Er selbst ist ein grosser Unterstützer dieses Projektes und will unter anderem einen Treffpunkt für die Bewohner schaffen. Geplant sind zudem verschiedene öffentliche Veranstaltungen in der Backstube, etwa Ostereier bemalen, ein Sommergrillplausch und eine Adventsveranstaltung. «Ein Holzbackofen und ein Gartensitzplatz wären auch sehr schön», schliesst Thommen ab.

Die Backstube an der Dorfstrasse ist jeweils am Mittwoch von 9 bis 11.30 Uhr geöffnet.

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