Hellikon
«Wir haben mit dem Bach gespielt»

Teilstücke des Talbachs und des angrenzenden Weihers in der Gemeinde Hellikon sind erfolgreich revitalisiert worden. Kein Wunder also, dass Gemeindeammann Kathrin Hasler hellauf begeistert ist und sich über das «superschöne Projekt» freut.

Peter Rombach
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Gemeindeammann Kathrin Hasler (Dritte von links) freut sich mit den Experten über die gelungene Bachsanierung in Hellikon. ach

Gemeindeammann Kathrin Hasler (Dritte von links) freut sich mit den Experten über die gelungene Bachsanierung in Hellikon. ach

Der untere Teil des Talbachs im Bereich Stygli, kurz vor der Einmündung in den Möhlinbach, darf sich wieder im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen. Revitalisierung nennen das die Umweltexperten. Und Hasler sieht darin einen «wertvollen, zukunftsweisenden Beitrag» zur attraktiveren Ortsbildgestaltung. «Unsere Natur ist ein wertvolles Kapital, um das wir uns auch künftig sorgen müssen.» Mit einem Bauboom in den Gemeinden sei es allein nicht getan. Es gehe darum, auch im Kleinen klare Zeichen für Umweltbewusstsein zu setzen.

«Der Bach ist aufgewertet»

Die offizielle Bauabnahme des Projekts erfolgte am Freitag im Beisein von Vertretern des einheimischen Naturschutzvereins, des Kantons und der Pro Natura. Der mit der Planung beauftrage Gewässerbauingenieur Werner Götz aus Liestal durfte von allen Seiten viel Lob entgegen nehmen. Die positiven Kommentare waren eindeutig: «Der Bach ist aufgewertet, hier wurde der Natur etwas zurückgegeben, wir hoffen auf eine Dividende durch Libellen, Fische und Vögel.» Rund 52 000 Franken erforderte das Projekt, unter anderem auch von der Basler Walder Bachmann- Stiftung unterstützt. Leute vom Naturschutzverein leisteten darüber hinaus Fronarbeit, um etwas Schönes entstehen zu lassen. Denn einst floss das Wasser über Halbschalen aus Beton.

Der Bach war zugewachsen und kaum sichtbar. Darin sah der Gewässerexperte Götz eine Herausforderung. Seine Planung lief darauf hinaus, «diesen Bach zu befreien», wie er am Rundgang anmerkte. Nun schlängelt er sich offen durchs Gelände, in einem Teilbereich wurden sogar zwei Fliessarme angelegt. Kurz nach der Verzweigung bauten die «Gewässerkünstler» talswärts mit geringem technischem Aufwand sogar zwei Wirbel ein, die ähnlich wie ein Siphon funktionieren und nicht nur optisch für Bewegung sorgen, sondern auch den Sauerstoffgehalt im Wasser erhöhen. Wichtig war ferner, die Uferböschungen teilweise mit Steinquadern zu befestigen, aber auch durch die Neuanpflanzung von Weidenstecklingen zu sichern. Streckenweise entstanden tiefere Mulden und steinerne Schwellen, um die Fliessgeschwindigkeit des Wassers zu brechen. Werner Götz zufrieden schmunzelnd: «Wir haben mit dem Bach gespielt.»

Nun sei Geduld gefragt, weil sich das Areal natürlich entwickeln müsse, betonte Werner Götz. Bestehende Büsche und Bäume habe man nicht angetastet. Vor dem Setzen neuer Gehölze riet er vorerst ab: «Wir haben jetzt einen abwechslungsreichen Wasserlauf, in dessen Umfeld sich die Natur entfalten darf.» Dass etwas oberhalb vom benachbarten Weiher auch noch eine Eisvogelwand gebaut wurde, bemerkte er eher am Rande. Der scheue Flieger komme auch im Wegenstettertal vor und könne eine Brutstätte sicherlich gebrauchen, wünschte sich Götz eine Ansiedlung des Eisvogels.