Mitte Mai setzten sie ein deutliches Zeichen: Sechs Vertreterinnen und Vertreter der Anwohnerschaft übergaben dem Gemeinderat eine Petition mit 160 Unterschriften gegen die geplante Salt-Mobilfunkantenne am Sonnhaldenweg 2.
Es war ein Zeichen, dass die Anwohnerschaft eine Mobilfunkantenne mitten im Wohnquartier nicht akzeptieren will. Einerseits, weil sie gesundheitliche Beeinträchtigungen fürchtet. Andererseits, weil eine Antenne in der Nähe auch den Wert der Immobilien reduziere, wie die Petitionäre erklärten.

Gemeinde hätte Mitspracherecht

Nun legen die Gegner in einem Brief an den Gemeinderat nach. Darin kritisieren sie unter anderem das Vorgehen der Gemeinde. Die Gegner berufen sich dabei auf Paragraf 26 des Aargauischen Einführungsgesetztes zur Bundesgesetzgebung über den Schutz von Umwelt und Gewässern. Der am besten geeignete Standort von Antennen sei gestützt auf eine Abwägung der Interessen der Betreiber und der Standortgemeinde zu wählen, heisst es darin. «Die Interessenabwägung berücksichtigt insbesondere Aspekte des Landschafts- und des Ortsbildschutzes sowie der Siedlungsentwicklung.»

Die Petitionäre legen dies so aus, dass die Gemeinde bei der Standortwahl durchaus hätte mitreden können – und sollen. Bei der Übergabe der Unterschriften hatten die Gemeindevertreter allerdings betont, dass «uns die Hände gebunden sind», sofern der Kanton das Baugesuch betreffend Einhaltung der Anlagewerte gut heisse.

«Das entspricht gemäss unseren Abklärungen nicht den Tatsachen. Die Gemeinde hat es verpasst, Abklärungen zum Standort zu treffen und alternative Standorte zu prüfen», sagt Christina Ueberwasser, Initiantin der Petition. Sie möchte dem Gemeinderat keinen bösen Willen unterstellen, glaubt vielmehr, dass er in Unwissen handelte. Aber: «Wir fühlen uns vom Gemeinderat schon etwas allein gelassen.» Es dürfe doch vorausgesetzt werden, dass Gemeinderat und Gemeindeverwaltung auch ein Interesse hätten, die «schutzwürdigen Interessen der Einwohner zu wahren», heisst es im Brief.

Das Ziel ist ein Gespräch

Ziel der Gegner ist es nun, Gemeinde und Betreiber für ein Gespräch an einen Tisch zu bekommen. Im Kreis der Petitionäre bestehe durchaus die Bereitschaft, bei der Suche nach einem Standort mitzuwirken. «Wir sind offen für eine Zusammenarbeit», sagt Ueberwasser.
Sie betont, dass die Petitionäre «keineswegs Mobilfunk-Verhinderer» seien. «Wir wissen alle, dass in der heutigen Zeit in der Gesellschaft dieses Bedürfnis da ist», sagt sie. «Aber wir sind überzeugt, dass es einen besseren Standort als mitten im Wohnquartier gäbe.»

Gemeinde will Antworten

Einen Vorschlag hat sie: 2015 hiess der Kanton einen Standort für eine Antenne von Salt-Vorgänger Orange auf einem Gewerbegebäude in der Nähe gut. Nach dem Wechsel zu Salt wurde der Standort fallen gelassen. «Vielleicht kann das noch einmal neu beurteilt werden», so Ueberwasser.

Der Gemeinderat hat den Brief der Gegner diese Woche erhalten. Für eine Besprechung an der ordentlichen Sitzung hat es allerdings nicht gereicht, das Thema steht daher auf der Traktandenliste für eine der nächsten Sitzungen. «Bis dahin werden wir uns öffentlich nicht äussern», sagt Gemeindepräsidentin Sabin Nussbaum. Aber sie stellt klar: «Auch der Gemeinderat hat Fragen zu diesem Baugesuch, auf die er Antworten will. Wir werden uns nach Möglichkeit für die Anliegen der Anwohner einsetzen.»