Stein

«Wir feiern zusammen»: Farbenfrohes Kulturfest lockte viele Besucher an

Schöne Tänze begeisterten das Publikum.

Schöne Tänze begeisterten das Publikum.

Das Integrationsprojekt «mit.dabeiFricktal» organisierte mit dem Fest eine schöne Annäherung verschiedener Kulturen.

Das Integrationsprojekt «mit.dabeiFricktal» verwandelte den Saalbau in Stein in einen Ort des Tanzes, der Musik und des multikulturellen Austauschs. Bereits zum vierten Mal fand das Kulturfest «Wir feiern zusammen» statt. Rund 500 Besucherinnen und Besucher versuchten einen der begehrten Sitzplätze im Saal zu ergattern. Wer leer ausging, setzte sich kurzerhand auf den Saalboden. Unbeeindruckt vom Geschehen zeigten sich die Kinder. Sie tobten und robbten vor der Bühne.

Flamenco – olé! Beeindruckend die Energie und Virtuosität der Tänzerinnen vom spanischen Verein ATEES. Aus den kunterbunten Bollywood-Streifen ist er nicht wegzudenken: der Bollywood-Tanz. Bharatanatyam gehört zu den acht klassischen Tanzstilen in Indien. Die Tänzerinnen des «Tamilischen Vereins Nordwestschweiz» zelebrierten beide Tänze farbenfroh und ausdrucksvoll.

«Mit diesem Fest ermöglichen wir, dass Migranten aktiv am Gemeinwesen teilnehmen können. Andere Kulturen besser kennen zu lernen, Vorurteile abzubauen und die Menschen näher bringen», so «mit.dabeiFricktal»-Projektleiterin Frida Tapia. «Den Grossteil der Kosten übernimmt der «Tamilische Verein Nordwestschweiz», der wiederum von Swisslos gefördert wird», so Tapia.

Weitere kleine Projekte entwickeln

«Aus unserer Sicht waren die bisherigen Feste ein Erfolg, wurden von der Bevölkerung immer gut angenommen, und es haben sich daraus weitere kleinere Projekte und Initiativen im Bereich der Integration und des Zusammenlebens entwickelt», freut sich Tapia. «In diesem Jahr durften wir ein Beschäftigungsprogramm mit den jungen Männern aus der Asylunterkunft in Stein starten.

Vier bis fünf Männer haben beim Aufbau und bei der Dekoration des Saales geholfen. Sie erhalten dafür eine geringe Entschädigung. Sieben Franken pro Tag. Das ist vom Kanton so geregelt. Die Idee ist, dass diese Menschen die Gelegenheit erhalten, einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten», so die studierte Soziologin, die ursprünglich aus Peru stammt.

Flüchtlinge aus Eritrea bilden die stärkste Gruppe im Fricktal, gefolgt von Flüchtlingen aus Afghanistan und Syrien. Am 1. März trat das neue Asylverfahren in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt werden die Verfahren beschleunigt durchgeführt. Die lange Verfahrensdauer erschwert die Integration. So sollen künftig etwa 60 Prozent aller Asylgesuche binnen 140 Tagen rechtskräftig entschieden werden. «Für die Menschen, die schon vor der neuen Regelung einen Asylantrag gestellt haben, ist es ein grosses Problem. Wir kennen in unserer Beratungsstelle Flüchtlinge, die bereits zwei, vier oder fünf Jahre auf einen Entscheid warten», so Tapia.

Das Projekt «mit.dabeiFricktal» endet 2019 und wandelt sich ab 2020 in eine massgeblich vom Kanton mitfinanzierte «Regionale Fachstelle Integration». Ziel des Konzepts ist es, viele der Fricktaler Gemeinden mit ins Boot zu holen. «Wir sind dann zuständig für 21 Gemeinden im Fricktal und überlegen deshalb, ob wir das Fest weiterhin in Stein, in Frick oder in anderen Gemeinden durchführen werden.»

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