Hornussen

Winzerpaar feiert Eröffnung der neuen Trotte

Daniel Fürst mit den früheren Besitzern Lotti und André Näf (r.) im Tankkeller. hlü

Daniel Fürst mit den früheren Besitzern Lotti und André Näf (r.) im Tankkeller. hlü

Erika und Daniel Fürst feiern das Jubiläum ihrer Weinkultur und eine genial gestaltete neue Trotte. Diese hat Platz für 120'000 Liter Wein.

Fässer und Reben gehören zusammen wie das Huhn und das Ei. Aber ein dreistöckiges Riesenfass in einem Rebberg ist eine Neuigkeit, die viel Staunen und Bewunderung auslöst. Erika und Daniel Fürst haben es an der Stiftshalde in Hornussen in zwei Jahren geplant und gebaut. Seit dem Start am 1. März 1996 pflegt das innovative Winzerpaar einen feinen Sinn für Symbolik: die fürstliche Weinkultur, die Hornisse auf jeder Weinflasche als Verbindung zum Gemeindenamen und jetzt das monumentale Fass.

Genau 20 Jahre nach der Gründung fand die Einweihung statt, mit 95 Gästen aus der Weinbau-Spitze des Kantons, von Politik, Gastronomie, Baubeteiligten und Freunden des Hauses. Auch im Innern bereitet das von Metallbau-Techniker Oliver Schmutz konzipierte Fass viel Freude. Flaschenkeller sowie die Anlieferung im Obergeschoss sind zwar nüchtern gestaltet, aber über Verarbeitung und Weinlager im Mittelteil staunten auch die Fachleute. Vor allem über den Fasskeller mit 65 Barrique-Fässern (je 225 Liter) und den blendend glänzenden Stahltanks.

Kein Wunder, waren die hochkarätigen Redner des Lobes voll über diesen wirklich gelungenen Wurf. Finanzdirektor Roland Brogli nannte Erika und Daniel Fürst ein modernes Fürstenpaar, das hier im Weinberg ein kleines Fürstentum und eine grosse Weinkultur aufgebaut habe. «Das wunderbare neue Gebäude ist eine harmonische Gesamtkomposition, die in die Landschaft passt», meinte Brogli als Vertreter der Regierung. Als Landwirtschaftsdirektor sei er Wein und Architektur sehr zugetan, denn «beides sind Produkte von hohem inneren Wert».

In der Stiftshalde Hornussen bauten André und Lotti Näf 1965 die erste Rebsiedlung im Aargau. Es sei ein Glücksfall für den Weinbau gewesen, dass die Fürsts diese Trotte übernommen hätten, sagte Rebbaukommissär Peter Rey. Was ausländische Produzenten oft besser könnten, lebe diese Familie hier vor, lobte Verbandspräsident Peter Wehrli: Emotionen spielen lassen, damit der Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis werde.

Von 7 auf 15 Weinsorten

Natürlich stand und steht der Wein hier im Mittelpunkt, nicht nur am fürstlichen Jubiläumstag. Die baulich dokumentierte Innovation findet auch in Rebberg und Keller statt. Von 2,8 auf 6,2 Hektaren konnte die Rebfläche mehr als verdoppelt werden. Darauf wachsen neben Riesling-Sylvaner auch Malbec, Diolinoir, Gamaret, Garanoir, «aber unser Herzblut gehört nach wie vor dem Pinot Noir», gesteht Daniel Fürst. Zum Angebot gehören die gegen Mehltau resistenten neuen Piwi-Sorten, die bei den Konsumenten so gut ankommen, «dass wir zu wenig Flaschen haben». Die Zahl der Weine stieg von 7 auf 15, ein Schaumwein und drei Edelbrände runden das breite und qualitativ hochstehende Angebot ab. Innovation auch hier: Weil die ältesten Rebstöcke 50 Jahre alt sind, gibt es zum Jubiläum den daraus gekelterten Wein «Fürst Ü50». Platz hat die Trotte für 120 000 Liter Wein, inklusive Lohnkelterei.

Nächste Generation steht bereit

Wer so viel in einen Neubau und das gelungene Jubiläumsfest investiert, muss entsprechend an die Zukunft glauben. In der Stiftshalde leben drei Generationen, seit ihrer Pension Silvia und Alex Fürst. Erika und Meisterwinzer Daniel Fürst haben vier Kinder, die Töchter Désirée und Carina sind ausgeflogen, der älteste Sohn Marvin ist ausgebildeter Winzer und möchte das Weingut in einigen Jahren übernehmen. Der Jüngste heisst Janik und besucht die Kanti. Zum Essen konnten die Gäste die edelsten Tropfen aus dem fürstlichen Weinkeller geniessen.

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