Die Energiedienst (ED) Holding AG in Laufenburg, vormals Kraftwerk Laufenburg (KWL), ist auf Markt der Windenergienutzung präsent. Bereits 1992 errichtete das auf beiden Seiten des Rheins tätige Fricktaler Stromproduktions-Unternehmen auf dem Hohwart in Breitnau die erste Windkraftanlage Baden-Württembergs. Die Ergebnisse waren allerdings ernüchternd und man beschloss, vor einem neuen Engagement die Weiterentwicklung der Technologie abzuwarten. Mittlerweile gibt es Windräder mit einer Nabenhöhe von 140 Metern und einer Gesamthöhe von gegen 200 Metern, die für Standorte mit wenig Wind ausgelegt sind. Daher engagiert sich Energiedienst seit diesem Jahr wieder verstärkt im Bereich Windkraft.

An höchstgelegener Windkraftanlage beteiligt

In der Schweiz hat sich die Gruppe über die Tochter Enalpin AG am Bau von Europas höchstgelegener Windkraftanlage auf dem Griespass beteiligt. Man darf also grundsätzlich sagen, dass aus Windkraft erzeugter Strom sehr wohl ins Angebot von ED passt. Denn die Energiedienst-Gruppe liefert seit 1998 hauptsächlich Ökostrom und ist bemüht, den Anteil an ihrem Gesamtabsatz stetig zu erhöhen. Nachdem das grösste Potenzial mit dem Neubau des Laufwasserkraftwerks Rheinfelden und dem Wasserkraftwerk Hausen realisiert werden konnte, ist man dem Vernehmen nach auf der Suche nach weiteren Standorten für kleine Wasserkraftwerke, Windkraft- und Photovoltaikanlagen.

Zurzeit nimmt Energiedienst das Gebiet, in dem das Unternehmen seine meiste Kundschaft versorgt, näher unter die Lupe und sucht nach weiteren Möglichkeiten. Dabei werden alle infrage kommenden Gemeinden kontaktiert.

Die ED-Tochter EnAlpin AG im Wallis ist, wie erwähnt, an der Gries Wind AG mit 5 Prozent direkt beteiligt, die Windkraftanlagen im Ober- und Unterwallis bauen möchte. Unter den Beteiligungsgesellschaften der Gries Wind AG ist auch die Swiss Winds, an der wiederum die Enalpin AG mit 18 Prozent beteiligt ist. Auf dem Griespass ist die erste Pilotanlage 2011 entstanden mit einer installierten Leistung von 2300 Kilowatt (kW). Es sollen dort 4 bis 5 weitere Anlagen entstehen. Ausserdem sind weitere Anlagen an weiteren Standorten im Ober- und Unterwallis geplant.

Es ist davon auszugehen, dass die Nutzung der Windkraft ein Marktfeld ist, in dem sich ED in Zukunft noch stärker engagieren wird. «Es ist inzwischen auch erklärtes Ziel der baden-württembergischen Landesregierung, die Windkraft in Baden-Württemberg auszubauen. Dieses positive Umfeld und die Möglichkeiten will die Energiedienst-Gruppe nutzen», war von Ingrid Mardo, Kommunikationsabteilung der Energiedienst Holding AG, Laufenburg, zu erfahren.

Die ED-Gruppe wird somit ihre umweltfreundliche Stromproduktion Wasserkraft und Photovoltaik um die Nutzung der Windkraft weiter erweitern. «Neue Geschäftsfelder werden geprüft und Kooperationsmöglichkeiten in der Schweiz, in Deutschland und im übrigen Europa gesucht», hielt ED-Sprecherin Ingrid Mardo weiter fest.

Stromkonsumenten zur Kasse gebeten

Das grösste Absatzgebiet der Laufenburger Energiedienst Holding AG befindet sich in Deutschland. Zu den regionalen und überregionalen Kunden zählen rund 270000 Privat- und Gewerbekunden, rund 3200 Geschäftskunden und 42 weiterverteilende Gemeinden. Bei ED lässt deshalb die vor wenigen Tagen vom Deutschen Bundestag beschlossene Änderung des Energiewirtschaftsgesetztes aufhorchen: Verbraucher sollen künftig 0,25 Cent pro Kilowattstunde (kWh) bezahlen, um den Anschluss von Windparks auf hoher See an das Netz mitzufinanzieren. Denn in deutschen Meeresgebieten wachsen Windparks wie Pilze aus dem Boden und der offshore produzierte Strom muss ja aufs Festland transportiert werden – der Leitungsbau auf hoher See ist eine kostspielige Angelegenheit.