Brugg/Laufenburg
Willi Schoder: 80 Jahre und kein bisschen (Kunst-) müde

80 Jahre und nach wie vor ein Erforscher von Farbe, Form und Licht. Das ist Willi Schoder. Zum 80. Geburtstags lädt Kunstmaler Willi Schoder zu zwei Ausstellungen ein.

Susanne Hörth
Merken
Drucken
Teilen
Erforscher von Farben, Formen und Licht

Erforscher von Farben, Formen und Licht

Darauf angesprochen, dass man ihm sein Alter in keiner Weise ansehe, lächelt der Laufenburger Kunstmaler verschmitzt. Hält Kunst jung? «Ja, ich denke schon. Gleichwohl lässt es sich nicht verallgemeinern. Van Gogh zum Beispiel ist sehr jung gestorben.»

Anlässlich seines 80. Wiegenfestes lädt der Kunstmaler ein zu einer Ausstellung im Parterresaal des Gerichtsgebäudes Laufenburg. Bereits heute eröffnet er zudem im Zimmermannhaus in Brugg eine Bilderausstellung, in der er sein Schaffen von 1962 bis heute präsentiert. In Laufenburg zeigt der Künstler 80 Bilder.

Mehrheitlich Aquarellbilder, die insbesondere auch Zeitzeugen regelmässiger Ferienaufenthalte in Italien, Frankreich und den Schweizer Bergen sind. Zu sehen sind zudem Bilder mit Laufenburger Motiven. «Laufenburg ist in Sachen künstlerischer Qualität einfach gut», hebt Schoder die Vielfalt an Sujets der Zweiländerstadt am Rhein hervor. In Brugg werden vor allem konstruktiv-konkrete Bilder gezeigt.

Ein Kindheitstraum

Sein eigentliches Schlüsselerlebnis zur Kunst hatte Willi Schoder als Elfjähriger. Bei einem Aufenthalt in einem Erholungsheim – der Bub trug die Infektionskrankheit Tuberkulose in sich – begegnete er bei einem Bergsee einem Maler bei der Arbeit. Die auf der Leinwand wiedergegebene Landschaft faszinierte den Jungen. Das wollte er als Erwachsener ebenfalls machen: Erlebtes, Gesehenes, Erfahrenes malen. Diesen spontanen Gedanken setzte Willi Schoder später dann auch um, nicht ohne dabei aber einige Umwege in Kauf zu nehmen.

Nach der Bezirksschule in Brugg besuchte der junge Schoder das Lehrerseminar in Wettingen. 1950 schloss er dieses ab und wurde in Hottwil als Gesamtschullehrer gewählt. Das Unterrichten war nur Teil seiner künftigen Aufgabe. In dem kleinen Dorf gehörte es zur Tradition, dass sich der Lehrer um den Töchter- und Männerchor kümmerte, mit diesen jährlich auch das Dorftheater einstudierte. Schoder führte die beiden Chöre zum Gemischten Chor zusammen.

Zwei Jahre später hatte der junge Mann so viel Geld sparen können, dass er sich in Paris beim Kunstmaler André Lhote während eines ganzen Jahres in die Geheimnisse der Malerei einführen lassen konnte. Danach ging es zurück an die Schule Hottwil. 1955 fragte der Laufenburger Bildhauer Erwin Rehmann Willi Schoder an, ob er an der Bezirksschule Laufenburg die Zeichenlehrerstelle übernehmen möchte. Und er wollte.

Berufsbegleitend absolvierte er dann auch noch die Kunstgewerbeschule in Basel, erlangte so den geforderten Fachlehrerausweis. Insgesamt 40 Jahre hat Willi Schoder in Laufenburg unterrichtet. Nebst der Lehrtätigkeit und auch der Familie räumte Willi Schoder stets auch dem eigenen Kunstschaffen Platz ein. Schon bald konnte sich der Laufenburger mit Windischer Wurzeln dank verschiedener Ausstellungen einen Namen in der Kunstbranche schaffen.

Willi Schoder ist in seinen Werken, gleich ob gegenständlich oder konstruktiv-konkret, erkenn- und spürbar. Zu seinem Schaffen selbst sagt der Künstler: «Die biografisch sich folgenden Stationen, an denen ich neue künstlerische Erfahrungen machte, erweisen sich heute als Herbergen, zu denen ich bei Bedarf zu einem erneuten Aufenthalt zurückkehren kann. Einst dachte ich, die Reise gehe von A nach B usw. Jetzt ist der Weg das Ziel geworden: im Gegenwärtigen Früheres.»

Ausstellung Brugg, Zimmermannhaus: Vernissage 23. Oktober, 19 Uhr.

Laufenburg, Gerichtsgebäude: Vernissage: Freitag, 30. Oktober, 17 Uhr.