Wildtier
Wolf in Nähe zum Fricktal gesichtet: «Ein Durchwandern in Oberhof ist gut möglich»

Die Gemeinde im Benkental liegt prädestiniert auf der Ausbreitungsachse des Wolfes. Der Kanton rät Nutztierhaltern zur Kontrolle der Zäune. Für Spaziergänger und Wanderer geht bei einer Begegnung keine Gefahr aus.

Dennis Kalt
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In Zeglingen BL – wenige Kilometer vom Fricktal entfernt – wurde am Montag dieser Wolf fotografiert.

In Zeglingen BL – wenige Kilometer vom Fricktal entfernt – wurde am Montag dieser Wolf fotografiert.

Bild: zvg/Amt Für Wald beider Basel

Premiere in Baselland: Am Montag konnte zum ersten Mal im Kanton die Anwesenheit des Wolfes nachgewiesen werden. Beobachtet und fotografiert wurde das Tier an zwei verschiedenen Orten der Gemeinde Zeglingen. Diese liegt nur wenige Kilometer von der Aargauer Kantonsgrenze mit der Gemeinde Oberhof im oberen Fricktal entfernt.

Gemäss dem Jagd- und Fischereiwesen Baselland handle es sich vermutlich um einen Jungwolf. Es sei gut möglich, dass dieser auf Reviersuche sei. Streift der Wolf nun also auch bald durch Wiesen und Wälder in Oberhof?

Wanderwege der Wölfe sind schwer abzuschätzen

«Das ist gut möglich», sagt Thomas Stucki, Leiter der Sektion Jagd und Fischerei des Kantons. Ob, wo und an welcher Stelle er einwandert, sei aber schwer abzuschätzen. Stucki sagt:

«Wir kennen die Wanderwege der Wölfe nicht. Ein Durchwandern in Oberhof ist aufgrund der topografischen Lage aber durchaus möglich.»

Gemäss Stucki ist Oberhof im Fricktal und im Kanton – neben Erlinsbach – bis anhin die einzige Gemeinde, in der es zu einer Bestätigung der Anwesenheit des Wolfes kam: am 14. Mai 2020 – als drei Lämmer gerissen wurden und am 27. Februar 2019 – beim Riss zweier Ziegen. Stucki sagt: «Da der Wolf die grossen Ballungszentren des Menschen eher meidet, ist die erste Jurakette eine gute Ausbreitungsachse.» Die Gemeinden Erlinsbach und Oberhof lägen daher prädestiniert auf diesem Weg.

Die Vorjahre, so Stucki, haben aber gezeigt, dass die Wölfe nicht im Gebiet bleiben, sondern weiterziehen. «Offenbar ist die Region nicht attraktiv genug für ein Revier», sagt er. Mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung im Aargau und deren Auswirkungen auf die Wildlebensräume geht Stucki auch nicht davon aus, dass sich der Wolf langfristig im oberen Fricktal oder dem Kanton verbreiten wird.

Zäune kontrollieren zum Schutz der Herde

Grundsätzlich rät Stucki den Nutztierhaltern der Region zum Schutz gegen den Wolf ihre Zäune zu kontrollieren und spezielle Beobachtungen dem Kanton zu melden. Er sagt:

«Wenn Risse auftreten, sollte das Tier liegen gelassen und uns darüber informiert werden.»

Wer dieser Tage in den Wäldern und Wiesen um Oberhof unterwegs ist, kann unbesorgt ob einer allfälligen Begegnung mit dem Wolf sein. «Es besteht klar keine Gefahr», sagt Stucki und schiebt nach: «Ein grundsätzlicher Respekt und Abstand von Wildtieren ist aber immer sinnvoll.» Dann könne man, wenn möglich, sogar Fotos machen und die Beobachtung geniessen.

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