Fricktal
Wie viel Bier und Bratwurst verträgt der slowUp Hochrhein?

Der slowUp Hochrhein kämpft mit Vorgaben von aussen. Die Gesundheitsförderung kritisiert, dass eine Brauerei als Sponsor auftritt, die zentrale Geschäftsleitung will ein ausgewogeneres Essensangebot.

Markus Vonberg, Südkurier
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Entlang der 32 Kilometer langen Strecke am Hochrhein bauen dieses Jahr 18 deutsche und Schweizer Vereine Stände auf.

Entlang der 32 Kilometer langen Strecke am Hochrhein bauen dieses Jahr 18 deutsche und Schweizer Vereine Stände auf.

AZ

Beliebter Breitensportanlass findet am 15. Juni statt

Der 11. slowUp Hochrhein startet am Sonntag, 15. Juni, um 10 Uhr auf der Laufenbrücke im badischen Laufenburg. Wieder werden etwa 15 000 Teilnehmer erwartet, die mit Velos und Inline-Skates die 32 Kilometer lange Strecke über Murg, Bad Säckingen, Stein, Münchwilen, Sisseln, Eiken, Kaisten und Laufenburg zurücklegen. Weil die Pontoniere aus Sisseln dieses Jahr bei Murg keine Rheinfähre anbieten, kann die Strecke nicht abgekürzt werden. Der slowUp endet um 17 Uhr. Die Fahrtstrecke ist von 9 bis 18.30 Uhr für den motorisierten Verkehr gesperrt. (sk)

«Die Gesundheitsförderung will nicht, dass beim slowUp Werbung für Alkohol gemacht wird», sagte Häseli gestern in Murg beim Pressegespräch über den jetzt anstehenden 11. slowUp Hochrhein. Das Problem: Einer der drei regionalen Hauptsponsoren am Hochrhein ist die in Grafenhausen beheimatete Brauerei Rothaus.

Schankausrüstungen für Vereine

«Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, wie lange Rothaus noch Sponsoring für den slowUp machen darf», glaubt Häseli. Noch bis 2015 läuft der Sponsoring-Vertrag mit der badischen Staatsbrauerei. slowUp-Präsident Eschbach: «Für mich ist klar, dass wir das weiterführen wollen.» Rothaus stelle den entlang der slowUp-Strecke bewirtenden Vereinen beispielsweise professionelle Schankausrüstungen zur Verfügung.

«Wenn das nicht mehr zur Verfügung gestellt und angemietet werden müsste, dann würden sicherlich viele Vereine abspringen.»

Für die regionalen slowUp-Organisatoren sind die Vereine ebenso wichtige Partner wie auf der anderen Seite die Sponsoren. Von diesen stammen die finanziellen Mittel, um den slowUp durchzuführen. 60 Prozent des gesamten Budgets steuern die vier Hauptsponsoren Migros, SportXX, CSS und Rivella bei. Die Vereine wiederum bieten den teilnehmenden Radlern und Skatern Einkehr- und Rastmöglichkeiten. Entlang der 32 Kilometer langen Strecke am Hochrhein bauen dieses Jahr 18 deutsche und Schweizer Vereine Stände auf.

Auch hier wolle die slowUp-Geschäftsstelle in Bern verstärkt mitreden, berichtet Eschbach. Er und die anderen Mitglieder des regionalen Trägervereins müssen sich wie die Organisatoren der anderen 18 slowUp-Erlebnistage in der Schweiz und in den angrenzenden Regionen nach Vorgaben der zentralen Geschäftsleitung richten.

So sei bereits signalisiert worden, dass bei dem Breitensportereignis nicht nur Grillwürste, Schweinenackensteaks und Flammkuchen offeriert werden sollten, sondern dass auf ein ausgewogenes Nahrungsangebot zu achten sei, sagt Eschbach.

Auch der Umweltschutz soll eine wichtigere Rolle spielen. Beim 11. Hochrhein-slowUp ist Einweggeschirr tabu und wird durch ein umweltfreundliches Mehrwegsystem ersetzt. Die Vereine bekommen spezielle slowUp-Becher gestellt. Diese Änderung betreffe vor allem die Schweiz, berichtet Eschbach. Bei den deutschen slowUp-Partnern am Hochrhein seien Getränke seit jeher in Gläsern ausgeschenkt worden – gestellt vom Sponsor Rothaus.