Laufenburg

Wie «Troubadix» gesungen, aber nicht gefesselt und nicht geknebelt

Beesi aus Aarau gewann das Troubadix in Laufenburg und darf es nächstes Jahr in Aarau ausrichten. – Foto: psc

Beesi aus Aarau gewann das Troubadix in Laufenburg und darf es nächstes Jahr in Aarau ausrichten. – Foto: psc

Im Alten Zeughaus in Laufenburg spielten die Schweizer Liedermacher auf. Zum zweiten Mal in Folge ging im Städtchen das Troubadix über die Bühne – ein musikalischer Wettstreit, wie er nicht alle Tage zu hören ist.

Das Besondere am Troubadix: Liedermacher und Liedermacherinnen spielen ausschliesslich Eigenkompositionen und werden dafür weder gefesselt noch geknebelt, wie es dem Namensgeber des Festivals im Comic «Asterix» ständig widerfährt.

Im Gegenteil, in Laufenburg erfuhren die Auftretenden viel Sympathie. Das Publikum lauschte den Darbietungen während des ganzen Tages konzentriert und sparte nicht an Applaus. Das war der Lohn für die Sänger.

Denn Gage gab es nicht, auch keine Spesenerstattung. Wer am Troubadix aufspielte, tat es aus reiner Freude an der Sache. Erlaubt waren zwei Lieder pro Auftritt in maximal 10 Minuten. Es lagen also klare Verhältnisse vor.

Medialer Irrsinn

Die Choreographie spielte keine Rolle, es genügten Saiteninstrumente, Gesang, vielleicht mit Mundharmonika oder Posaune in Begleitung. Die Themen der Lieder kreisten um den medialen Irrsinn (Ziska: «I wett i hätt kei Internet»), um Haus und Heim und Kühlschrank (wo tatsächlich ein Elefant war).

Gabriel Kramer aus Laufenburg wagte den Blick durch die rosa Brille, Andreas Fröhlich besang die «Ferien in Griechenland», indem er das Publikum zum Zirpen wie die Grillen animierte, mit dem Ergebnis, dass sich ein paar Laufenburger Wildenten dazu gesellten.

Hösch, als Troubadix gekleidet, lieferte eine trashige Performance ab, denn: «Trash ist schön, mehr Trash ist schöner.»

Noch viel schöner waren die Liebeslieder, die zwischen manch subversiver Erzähl- und Sangeskunst ertönten. Lieder über Freundschaft und Trennung, über Glück und Abschied, einiges in Englisch gesungen, anderes in Schweizer- oder Hochdeutsch. Sonja Wunderlin aus Laufenburg erfreute mit einer Liebeserklärung an die Stadt.

Troubadix 2014 findet in Aarau statt

Und Beesi? Die Aarauerin, die bereits letztes Jahr am Troubadix mit «S nützt nüüt» einen Hit landete, hatte diesmal nur ein Lied parat. Aber was für eines: Mit «Weisch wenn» besang sie das Älterwerden und stand damit ganz oben in der Gunst des Publikums.

Denn am Ende durften die Besucher ihre liebsten Lieder wählen. «Weisch wenn» hatte demnach am meisten Herz, Idee und Humor. Für Beesi (Joho) bedeutet der Erfolg jetzt jede Menge Arbeit.

Denn die Regel lautet: wer das Troubadix gewinnt, richtet es im Jahr danach am eigenen Wohnort aus. Das heisst: Das Troubadix kommt 2014 zum ersten Mal nach Aarau. «Beim Teutates! Möge uns bis dahin der Himmel nicht auf den Kopf fallen.»

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