Laufenburg
Wie soll die Laufenburger Altstadt in Zukunft aussehen?

Wie soll sich die Laufenburger Altstadt dereinst rein oberflächenmässig präsentieren? Eine Frage, die an einem Informationsabend beantwortet wurde und die sowohl zu Kritik führte als auch längere Diskussionen auslöste.

Werner Hostettler
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Wie soll sich die Laufenburger Altstadt dereinst rein oberflächenmässig präsentieren? Eine Frage, die an einem Informationsabend beantwortet wurde und die sowohl zu Kritik führte als auch längere Diskussionen auslöste.

Die rund 50 Altstadtbewohner, die der Einladung zu einer Orientierungsveranstaltung betreffend Oberflächengestaltung in der Altstadt Laufenburg gefolgt waren, wurden von Vizestadtammann Herbert Weiss im Namen des Gemeinderats und der sich mit dem Thema befassenden Kommission begrüsst. Als Referenten informierten Landschaftsarchitekt Christoph Burger, Rombach, über das Gestaltungskonzept gesamte Altstadt, Richard Eschbach über das Beleuchtungskonzept und Herbert Schmid vom Büro Koch und Partner, Laufenburg, über das Bauprojekt Strassenbau Untere Wasengasse.

Bauarbeiten bis 2013

Das Begegnungskonzept Altstadt ansprechend, stellte Christoph Burger fest, es werde unter anderem Wert auf eine hohe Aufenthaltsqualität gelegt. Das Bauprojekt Untere Wasengasse bedingt unter anderem Veränderungen an Hausfassaden. Es werde aber, so Herbert Schmid, keine zusätzlichen Stufen oder solche mit Überhöhe geben. Zudem sind Informationen vor Ort geplant, um die Veränderungen individuell aufzeigen zu können.

Vom 16. Mai bis zum 14. Juni werden die Pläne öffentlich aufgelegt. Der Start der Bauarbeiten ist für Mitte August geplant, diese sollen in 12 Etappen erfolgen und im Sommer 2013 abgeschlossen sein. Schmid hielt zudem fest: «Es müssen auch immer Unsicherheitsfaktoren mit berücksichtigt werden, so etwa im Zusammenhang mit dem Felsabtrag.»

Diskussionen zu diversen Themen

Das Beleuchtungskonzept sieht unter anderem vor, einzelne Objekte wie etwa den Wasenturm besonders in Szene zu setzen. Laut Eschbach soll unter anderem auch dem Savelligässli beleuchtungsmässig besondere Bedeutung beigemessen werden. Den Informationen des Referententrios schloss sich eine sich weit über eine Stunde hinziehende Diskussions- und Kritikrunde an. Zur Sprache kam auch das geplante Parkkonzept. Ein Bürger meinte, es müsse ja nicht gleich der letzte Parkplatz mit Bänken und Stühlen gedeckt werden. Ein anderer stellte fest: «Über die Autos sehen die Touristen wenigstens noch hinweg, aber es gibt Altstadtgärten, die sogar die Sicht nach Deutschland hinüber versperren.»

Vorwurf zurückgewiesen

Frank Fischer kritisierte, dass seine Einsprache von Ende Juni 2010 (noch) nicht richtig behandelt worden sei. Zudem sprach er von einem «konzeptlosen Vorgehen und mangelhafter Information», betonte aber auch: «Wir sind nicht gegen Werkleitungen, aber so, wie das jetzt läuft, geht es nun wirklich nicht.» Hans Ryser doppelte nach: Hausbesitzer seien verunsichert. Zudem beanstandete er, dass an seinem Haus der Bohrer angesetzt worden sei, ohne ihn zu fragen. Herbert Weiss stellte fest, dass «so etwas nicht passieren sollte», er werde der Sache nachgehen. Den Vorwurf, es sei konzeptlos gearbeitet worden, bezeichnete Weiss als «ein starkes Stück». Es sei nie die Absicht gewesen, eine Einsprache unter den Tisch zu wischen.

Eine längere Diskussion löste auch das Thema Geschwindigkeitskontrollen aus. Ein Familienvater wollte wissen, was geplant sei, damit die Sicherheit der Fussgänger nach dem Wegfall der Trottoirs nicht verschlechtert werde: «Sind beispielsweise polizeiliche Massnahmen geplant oder macht man nichts, bis ein Kind unter einem Auto liegt.» In einem Punkt war man sich einig: «Die Gemeinde soll dafür sorgen, dass die Polizei vermehrt und gezielt Kontrollen macht.»

Aufwertung der Begegnungszone

Zur Frage, wie viele Kontrollen seit der Einführung der Begegnungszone in der Laufenburger Altstadt schon gemacht worden seien, machte Stadtrat Carlo Alfano in Bezug auf die Anzahl keine Angaben, stellte aber fest: «Die Polizei ist relativ zurückhaltend.» Stadtammann Ruedi Lüscher erklärte: «Der Wegfall der Trottoirs dient ja dem Zweck, die Begegnungszone als solche aufzuwerten, denn dort, wo langsam gefahren wird, funktioniert es auch.»