Gansingen
Wie Senioren in Gansingen Schüler fördern sollen

Die Schule setzt auf Lebenserfahrung: Ab Mai werden in einem Pilotprojekt Senioren im Unterricht mitwirken. Der freiwillige Einsatz der Älteren soll dazu beitragen, Vorurteile abzubauen.

Werner Hostettler
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Wie die az Aargauer Zeitung in ihrer Ausgabe vom 24. Februar berichtete, hat die Schule Gansingen in enger Zusammenarbeit mit Pro Senectute Bezirk Laufenburg das Projekt «Drei Generationen im Klassenzimmer» aufgegleist. An einer Informationsveranstaltung wurde dieses nun am Dienstag näher vorgestellt; dabei stellten Schulleiter Urs Ammann und Eva Schütz, Stellenleiterin Pro Senectute, ganz klar fest: «Unser Pilotprojekt ist weder ein Test noch eine Sparmassnahme und es tangiert auch nicht die Aufgabenhilfe.» Vielmehr trage dieser freiwillige Einsatz von lebenserfahrenen Seniorinnen und Senioren unter anderem dazu bei, Vorurteile abzubauen.

Beste Chancen mit Senioren

Urs Ammann betonte, die Schule Gansingen betrachte jedes einzelne Kind als eigenständige Persönlichkeit und es gehe darum, diese möglichst stark zu fördern. Zudem wolle die Schule mit speziellen Problemen belastete Kinder nicht aus dem Tal herausgeben: «Die schwächsten Kinder sollen nicht den schwersten Schulweg haben.»

Es gebe nicht wenige Kinder, die würden gerne auch noch andere Erwachsene um sich haben als nur gerade die Lehrpersonen. Diesen sei es aber unmöglich, alles allein zu bewältigen: «Und da bieten sich mit den Senioren die besten Chancen.» Deren freiwillige Einsätze seien für alle Beteiligten ein Gewinn.

Absolute Verschwiegenheit

Eva Schütz hielt fest, es komme nicht von ungefähr, dass der Freiwilligenarbeit eine ganz andere Qualität beigemessen werde. Die Art und Weise, wie die Schule Gansingen das Thema «Brückenschlag im Schulzimmer» angegangen sei, biete die besten Voraussetzungen für das Gelingen des Pilotprojektes: «Die Seniorinnen und Senioren werden sehr viel an Lebenserfahrung einbringen und so zum Erfolg beitragen.» Zur Frage, welche Reaktionen vonseiten der Eltern zu erwarten seien, erklärten Ammann und Schütz: «In der Schule sieht man sehr tief in die Familien hinein, daher ist für die eingesetzten Senioren absolute Verschwiegenheit der wichtigste Faktor.» Nach den Vorgesprächen im März und einer Einführung Anfang April wird das Pilotprojekt Gansingen am 2. Mai gestartet.

Für interessierte Seniorinnen und Senioren, auch ausserhalb Gansingen wohnhaft, besteht die Möglichkeit, auch später einzusteigen, also beispielsweise nach den Sommerferien. Zur Frage der az Aargauer Zeitung, ob sie damit rechne, dass im Bezirk Laufenburg weitere Schulen ihr Interesse für ein solches Projekt anmelden könnten, sagt Eva Schütz: «Kann durchaus sein.»