Fricktal
Wie Hausbesitzer den Einbrechern die Arbeit erleichtern

Ein Trend für mehr Einbrüche als in den Vorjahren zeichnet sich nicht ab, die Polizei kann auch schlecht messen, wieviele Einbrüche sie verhindern konnten. Hingegen schon, dass die Einbrecher dreister und frecher vorgehen.

Susanne Hörth
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Vermehrt wird nicht nur nachts, sondern auch tagsüber eingebrochen. (Symbolbild)

Vermehrt wird nicht nur nachts, sondern auch tagsüber eingebrochen. (Symbolbild)

ZVG

Im November und Dezember 2014 wurde im Fricktal, insbesondere in Frick, in zahlreiche Einfamilienhäuser eingebrochen. Die Nähe zur A3 macht Frick zum beliebten Arbeitsort für Kriminaltouristen. Die vorhandene Autobahnauffahrt ermöglicht den schnellen Fluchtweg. Die auf einen kleinen Zeitraum gehäuften Meldungen von Einbrüchen lässt den Eindruck entstehen, die Zahl dieser Art von Delikten habe gegenüber dem Vorjahr massiv zugenommen.

Das kann Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, nicht bejahen: «Die statistischen Zahlen zum Einbruchgeschehen veröffentlichen wir im März. Vorweg kann aber gesagt werden, dass bei den Einbruchdiebstählen kein Trend nach oben zu verzeichnen ist.» Er bestätigt hingegen, dass viele Einbrecher dreister und frecher vorgehen. «Das zeigt sich insbesondere bei den Tageseinbrüchen in Wohnhäuser.»

Die Polizei analysiert das Einbruchgeschehen täglich und setzt entsprechend Einsatzschwerpunkte. Nebst Patrouillen in Wohnquartieren werden auch erkannte Einbruchsschwerpunkte gezielt abgeriegelt. Ein bekannter «Hotspot» ist das A3-Center in Frick. Hier sind die Kantons- wie auch die Regionalpolizei laut Graser sehr oft präsent und nehmen Personenkontrollen vor.

Wirkung ist schwer messbar

Die Wirkung von polizeilicher Präsenz und der Prävention ist laut Bernhard Graser kaum messbar. «So wissen wir natürlich nicht, wie viele Einbrüche wir mit solchen Massnahmen verhindert haben.» Auf der anderen Seite gleiche die Fahndung nach Einbrechern im dicht besiedelten Aargau der Nadel im Heuhaufen.

«Im Rahmen unzähliger Kontrollen sind uns in den letzten Monaten dennoch zahlreiche Personen ins Netz gegangen, die wir direkt mit Einbrüchen in Verbindung bringen konnten oder bei denen zumindest dringende Verdachtsmomente bestanden.» Das zeige, dass die polizeilichen Anstrengungen ihre Wirkung nicht verfehlt haben. «Wir sind überzeugt, dass dies auch die Kriminellen verunsichert und vielleicht davon abhält, wieder im Aargau aktiv zu sein.»

Geschieht ein Einbruch in unmittelbarer Nähe zum eigenen Wohnhaus, nimmt auch die Verunsicherung der Bewohner zu. Bernhard Graser weist deshalb auch auf die Vielzahl baulicher und mechanischer Massnahmen hin, die den Einbrechern die Arbeit schwer machen. «Noch vor den kostenpflichtigen Massnahmen kommen die einfachsten Mittel gegen die Einbrecher», so der Polizeisprecher und spricht damit die Nachbarschaftshilfe an.

Nicht selten aber werde den Einbrechern statt die Arbeit schwer zu machen sogar Hand geboten: «Es ist erstaunlich, wie viele Haustüren unverschlossen und wie viele Fenster schräg gestellt sind, obwohl die Bewohner nicht zu Hause sind. Jeder Einbrecher wird solche Einladungen nützen und dafür das gesicherte Nachbarhaus verschonen.»