Fast 26 Prozent der Mitglieder der reformierten Kirchgemeinde Frick gingen am 23. September an die Urne. 581 von ihnen sprachen sich dabei gegen eine Zukunft mit Johannes Siebenmann aus, nur 145 sprachen sich für einen Verbleib des Pfarrers aus.

Damit folgte die grosse Mehrheit der wählenden Kirchgemeindemitglieder der Empfehlung von Kurator Markus Fricker, der 2017 nach dem Rücktritt von Kirchenpflegepräsidentin Bettina Roth eingesetzt worden war. Der Nicht-Wiederwahl voraus ging ein hart geführter Wahlkampf, in dem Johannes Siebenmann mit heftigen Vorwürfen konfrontiert wurde.

Kurator Markus Fricker sagt gut drei Wochen nach der Wahl, die reformierte Kirchgemeinde Frick sei «kein Trümmerfeld». Sie sei zwar erschüttert, aber vieles funktioniere und sei lebendig. Nach der Wahl habe er durchaus auch Reaktionen von Menschen erhalten, die über das Ergebnis enttäuscht gewesen seien. Andererseits habe er festgestellt, dass die Siebenmann-Gegner «keineswegs triumphalistische Gefühle auslebten».

Stellvertretung ist vordringlich

Mittlerweise wurden die ersten Schritte in die Zukunft unternommen. «Ich habe ein in meinen Augen gutes Gespräch mit Johannes Siebenmann geführt», so Fricker. Darin habe man die Zusammenarbeit bis Ende Jahr besprochen. Der Pfarrer werde weiter unterrichten und Gottesdienste halten. Einzig die Weihnachtsfestlichkeiten würden bereits von Anna Schütz, der Stellvertreterin der abtretenden Pfarrerin Verena Salvisberg, übernommen. Er habe eine «grosse Achtung» davor, wie Siebenmann mit der Situation umgehe, so Fricker weiter.

Kurz nach dem Wahltag hat sich Fricker zudem mit der rund 25-köpfigen Spurgruppe ausgetauscht. Aus diesem Kreis werde sich nun eine kleinere Gruppe bilden, welche die Planungen für die Zukunft an die Hand nehme, so Fricker. «Am vordringlichsten ist dabei sicherlich, eine Stellvertretung für Pfarrer Siebenmann zu finden.» Erste Gespräche dazu sind im Gang und der Kurator zeigt sich zuversichtlich, dass ein nahtloser Übergang gewährleistet werden kann.

Länger dauern wird der Prozess, die Kirchgemeinde neu zu gestalten. Die Situation sei zwar anspruchsvoll, so Fricker, doch es sei auch eine Chance, die Bedürfnisse der Mitglieder aufzunehmen und zu definieren, wie das Pfarrteam künftig aufgestellt werden soll. Dafür werde er auch mit Siebenmann-Anhängern das Gespräch suchen. «Wir wollen die Basis legen für eine gute zukünftige Zusammenarbeit», so Fricker. Dafür wolle man sich die nötige Zeit nehmen.

Auch die Gemeindemitglieder sollen sich einbringen. Am 8. Dezember findet ein dreistündiger Workshop statt. Darin soll diskutiert werden, was es heisst, Kirche zu sein oder wie künftig mit Unterschiedlichkeiten umgegangen werden soll.

Kirchenpflegemitglieder gesucht

Parallel dazu läuft auch die Suche nach Kirchenpflegemitgliedern. Dies sei eine grosse Herausforderung, wie auch Beispiele aus anderen Gemeinden zeigten, sagt Fricker. Der Kurator geht davon aus, dass es bis im kommenden Sommer dauert, bis die Planung der künftigen Kirchgemeinde und die Suche nach Pfarrern aufgegleist ist. Sein Ziel und seine Hoffnung sei es, die Geschicke dann an eine neue Kirchenpflege zu übergeben. Bis wann das Pfarrteam dann wieder komplett sei, hänge auch davon ab, wie rasch man geeignete Personen finde, die dem erarbeiteten Profil entsprächen.