Der Gemeinderat Kaisten beantragt an der Gemeindeversammlung vom 17. Juni den Verkauf von Grundstücken im Mitteldorf, den Kauf einer Teilfläche und einen Kredit für die Neugestaltung des Dorfplatzes Mitteldorf (die az berichtete). Damit stösst er bei der SVP-Ortspartei auf Widerstand: Sie hat die Ablehnung der Anträge beschlossen. «Die SVP ist zum einen der Meinung, dass sich die Gemeinde nicht durch Privatpersonen erpressen lassen darf, zum anderen wird der Kredit von 577 000 Franken für die Umgestaltung des Dorfplatzes als völlig überrissen erachtet», schreibt die Partei.

Die SVP bezieht sich damit laut Parteipräsident Oliver Strebel auf Aussagen des Grundeigentümers der «Gambrinus»-Parzelle an der Info-Veranstaltung. «Er sagte, dass er bei einem Nein zum Projekt eine Gesamtüberbauung bis zur Raiffeisen-Bank plane», so Strebel, «das haben die Parteimitglieder als Erpressung aufgefasst.» Grundsätzlich sei die SVP zwar dafür, dass der Joggeliplatz erhalten bleibe, «jedoch nicht um jeden Preis», heisst es in der Mitteilung weiter.

Des Weiteren hat die SVP beschlossen, einen Antrag zur Streichung der Begegnungszone aus dem Projekt zu stellen. Ohne das Restaurant Gambrinus würden weniger Fussgänger die Strasse überqueren, nennt die SVP als Grund. Und: Eine Begegnungszone mit uneingeschränktem Vortritt für Fussgänger und Radfahrer würde «zu einer zusätzlichen Verschärfung der heute schon gefährlichen Verkehrssituation führen». Es sei nämlich kein Zwischenraum zwischen Kreuzung und Begegnungszone vorgesehen, wie es andernorts der Fall ist. Den Änderungsantrag werde man aus ablauftechnischen Gründen stellen, so Strebel. Das Projekt werde damit zwar besser, bleibe aber nicht zufriedenstellend.

Auch beim Projekt «Unterdorfstrasse» wird die SVP einen Streichungsantrag stellen. Auf die bauliche Ein- und Ausfahrtsbremse für rund 50 000 Franken soll verzichtet werden. (mf/az)