Möhlin

Werkzeugbau-Sparte wurde verkauft: 30 Arbeitsplätze sind gerettet

In der Halle der Rohrer AG wird ab Montag wieder gearbeitet.

In der Halle der Rohrer AG wird ab Montag wieder gearbeitet.

Die Werkzeugbau-Sparte der Möhliner Rohrer AG ist verkauft – für den Bereich Maschinenbau läuft das Übernahmeverfahren noch. Zehn Mitarbeiter dürfen sich Hoffnungen machen.

Letzte Woche wurde bekannt, dass sich die Möhliner Rohrer AG in der Nachlassstundung befindet und die Maschinen im Bata-Park seit rund einem Monat stillstehen. Nun gibt es erste positive Nachrichten: Sachwalter Georg J. Wohl gab gegenüber dem Regionaljournal von Radio SRF bekannt, dass die Werkzeugbau-Sparte des Unternehmens, die in der Herstellung von Stanz- und Schneidewerkzeugen für Verpackungsmaschinen tätig ist, verkauft wurde.

«30 Personen werden vom Käufer übernommen», bestätigt Wohl gegenüber der AZ. «Am kommenden Montag wird die Produktion im Möhliner Bata-Park wieder aufgenommen.» Den Namen des Käufers könne er noch nicht nennen, so Wohl. «Zunächst muss das Bezirksgericht Rheinfelden die Übernahme absegnen.»

Produktion bleibt im Möhliner Bata-Park

Dies hat auch zur Folge, dass die Mitarbeiter derzeit noch nicht über den Namen des Übernehmers informiert werden können. «Am Anfang werden sie noch im Namen der Rohrer AG arbeiten», erklärt Wohl. Klar ist jedoch, dass der Käufer aus der Region stammt – und auch künftig weiter in Möhlin produzieren will. «Es wird einen neuen Mietvertrag im Bata-Park geben», so Wohl.

Vor Wochenfrist hatte der Sachwalter noch von ausländischen Interessenten gesprochen. Im Rahmen des Übernahmeverfahrens habe sich aber nun diese Lösung herauskristallisiert, sagt Wohl. «Der Interessent mit dem für die Gläubiger wirtschaftlich besten Angebot hat den Zuschlag erhalten.» Dabei habe nicht nur der Kaufpreis, der nicht genannt wird, den Ausschlag gegeben, sondern auch andere Faktoren wie etwa die Anzahl der übernommenen Personen.

Rund 20 Arbeitsplätze gehen verloren

Für 30 der 60 Mitarbeiter der Rohrer AG bleibt damit sicher ein Arbeitsplatz in Möhlin erhalten. Dies seien gute Neuigkeiten, freut sich der Möhliner Gemeindeammann Fredy Böni. So stehe zumindest diesen 30 Personen eine erfreuliche Weihnachtszeit bevor.

Wie Georg J. Wohl sagt, dürfen sich auch zehn Mitarbeiter aus der Sparte Maschinenbau noch Hoffnungen machen, dass ihr Arbeitsplatz erhalten bleibt. Auch für diesen Firmenteil ist ein Übernahmeverfahren im Gang und es sind Interessenten vorhanden. «Ich hoffe, dass wir in den kommenden ein bis zwei Wochen zu einem Abschluss kommen», so der Sachwalter.

Wohl bestätigt aber auch, dass rund 20 Arbeitsplätze verloren gehen werden. «Sowohl im Bereich Werkzeugbau als auch im Maschinenbau war aus wirtschaftlichen Gründen eine gewisse Reduktion nötig», so Wohl. Einige der Mitarbeiter hätten aber unabhängig von den Übernahmeverfahren bereits neue Stellen gefunden.

Die Übernahme der Werkzeugsparte zeige, dass die Gesetzesrevision in puncto Nachlassstundung vor sechs Jahren positive Auswirkungen habe, betont Wohl. Sanierungen von Firmen mittels Betriebsübertragungen seien nun erheblich besser zu bewerkstelligen und böten für Arbeitnehmer, Gläubiger und Investoren bessere Lösungen als ein sofortiger Konkurs. Entscheidend sei, dass die Inhaber und Geschäftsführer von KMU frühzeitig erkennen, dass eine Restrukturierung erforderlich sei und nicht vor der Nachlassstundung zurückschreckten.

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Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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