Frick

Werkhof-Areal wird zum Zankapfel: Umnutzung für Bevölkerungsschutz kommt bei FDP und SVP gar nicht gut an

Das Werkhof-Areal in Frick wird zum Zankapfel: Zentrum für den Bevölkerungsschutz oder gewerbliche Nutzung?Dennis Kalt

Das Werkhof-Areal in Frick wird zum Zankapfel: Zentrum für den Bevölkerungsschutz oder gewerbliche Nutzung?Dennis Kalt

In Frick will man das Areal des ehemaligen A3-Werkhofs nach der Zwischennutzung für die Unterbringung von Asylsuchenden am liebsten für eine private gewerbliche Nutzung freimachen. Doch so einfach ist das nicht. Ein Plan zur Umnutzung für den Bevölkerungsschutz kommt bei FDP und SVP gar nicht an.

Ob die Idee einer neuen Autobahnraststätte realistisch ist, ist eine grundsätzliche Frage. Aber auf jeden Fall möchte man in Frick das Areal des ehemaligen A3-Werkhofs nach der Zwischennutzung für die Unterbringung von Asylsuchenden am liebsten für eine private gewerbliche Nutzung freimachen.

Doch der Kanton hat andere Pläne. Er will das kantonale Katastrophen-Einsatzelement (KKE) vom Zeughaus in Aarau nach Frick umsiedeln.

Die heutige Standortlösung genüge den Ansprüchen an eine fachgerechte Bereitstellung von Einsatzfahrzeugen und Material nicht mehr.

Zudem wird das Departement Gesundheit und Soziales ins Zeughaus einziehen und dort sein Headquarter einrichten.

Zusammen mit der Sanierung und Erweiterung des Zivilschutz-Ausbildungszentrums in Eiken mache man mit der Verlegung des KKE einen Schritt zu einem kantonalen Zentrum des Bevölkerungsschutzes im Fricktal, heisst es schon fast schwärmerisch im Anhörungsbericht zu einem Verpflichtungskredit.

15,8 Millionen Franken soll die Übung kosten, wobei 4,36 Millionen auf die Ablösung des A3-Werkhofs aus der Spezialfinanzierung Strassenrechnung und die Aufnahme ins Verwaltungsvermögen entfallen.

Mit der Region absprechen

Wie sich nun zeigt, ist die Sache aber noch nicht gegessen. Für die Bewilligung des Kredits ist das absolute Mehr von 71 Stimmen im Grossen Rat notwendig, und das könnte knapp werden.

In der kürzlich abgelaufenen Anhörung stellte sich links-grün zwar mehr oder weniger vorbehaltlos hinter die Pläne der Regierung, aber von der SVP und den Freisinnigen hagelte es Kritik.

Die CVP brachte zumindest Bedenken an, ob die alternativenlose Standortwahl sakrosankt ist und dass bei Unstimmigkeiten mit der Zusammenlegung von Sanierung in Eiken und Verlegung des KKE auch für sie das ganze Paket gefährdet sein könnte.

Wo liegt das Problem? Der FDP passt es gar nicht, dass das Projekt nicht mit den lokalen und regionalen Instanzen abgesprochen worden sei, denen eine ganz andere Nutzung des Werkhof-Areals in Frick vorschwebt.

Aus der Sicht des kantonalen Katastrophen-Einsatzelements möge das Projekt ja sinnvoll sein, aber der ehemalige Autobahn-Werkhof mit seiner ausgezeichneten Erschliessung eigne sich bestens für private gewerbliche Nutzungen.

Darum ist für die FDP klar: In er vorliegenden Ausgestaltung lehnt sie das Projekt des Kantons ab. Es sei zusammen mit den lokalen und regionalen Instanzen zu überarbeiten, dabei könnten sich Lösungen für gemischte private und öffentliche Nutzungen ergeben.

An Meistbietenden verkaufen

Noch deutlicher wird die SVP. Sie listet eine ganze Reihe von Vorbehalten auf und kommt zusammenfassend zum Schluss, «dass der ausserordentlich verkehrsgünstige Werkhof der Wirtschaft zur Verfügung gestellt und deshalb dem Meistbietenden verkauft werden soll». Gegen die Sanierung des Zivilschutz-Ausbildungszentrums in Eiken hat auch die SVP nichts einzuwenden, aber sie empfiehlt dem Regierungsrat «dringend», die beiden Geschäfte separat vorzulegen und die Sanierung auf das «Notwendigste» zu beschränken.

Die SVP verpasst es nicht, in ihrer Stellungnahme auch die Ablehnung der voraussichtlich bis Ende 2017 befristeten Zwischennutzung als Asylunterkunft zu Protokoll zu geben: «Die Kosten wären viel zu hoch.»

Abgesehen davon lässt sie kaum ein gutes Haar an den Argumenten der Regierung. Von einem kantonalen Zentrum des Bevölkerungsschutzes könne ohnehin kaum gesprochen werden, da ja das Amt für Militär und Bevölkerungsschutz, der kantonale Führungsstab und die Polizei sowieso in Aarau bleiben. Aber auch die Synergien zwischen Zivilschutz-Ausbildungszentrum und Katastrophen-Einsatzelement seien bei einer Distanz von 7,5 Kilometern zwischen Eiken und Frick so gross nun auch wieder nicht bzw. könnten auch bei einem anderen Standort des Einsatzelements genauso gut genutzt werden.

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