Wahlen 2020

Wer steht wo innerhalb des SVP-Lagers? Wir haben die Grossratskandidaten unter die Lupe genommen

Von oben links: Roland Härri, Rainer Kunz, Alex Reimann, Christian Rüede, Christoph Riner, Emanuel Suter und Markus Liebi.

Von oben links: Roland Härri, Rainer Kunz, Alex Reimann, Christian Rüede, Christoph Riner, Emanuel Suter und Markus Liebi.

Die sieben Grossratskandidaten im Bezirk Laufenburg stehen für eine strikte Aussenpolitik ein. Eine Auswertung der Smartspider-Profile.

Die SVP ist im Bezirk Laufenburg klar die wählerstärkste Partei. Bei den Grossratswahlen vor vier Jahren lag ihr Wähleranteil bei Prozent 33,8, bei den Nationalratswahlen im letzten Jahr sogar bei 35,3 Prozent. Ihre zwei Sitze im Grossrat sind bei den Gesamterneuerungswahlen am 18. Oktober denn auch ungefährdet, für einen dritten dürfte es aber nicht reichen.

Die SVP tritt im oberen Fricktal mit einer starken Liste an – mit einem Schönheitsfehler allerdings: Es kandidiert keine einzige Frau auf Liste 1. Dass dies unschön ist, weiss die Partei; sie suchte im Vorfeld nach eigenen Angaben intensiv nach Kandidatinnen, fand aber keine. Dies für kommende Wahlen zu ändern, ist sicher eine der Aufgaben der Partei. Denn eine Liste ohne Frauen ist 2020 ein No-Go.

Gesetzt ist Christoph Riner, der seit 2009 im Grossen Rat ist und dem parteiübergreifend attestiert wird, einen guten Job zu machen. Da Tanja Primault-­Suter auf eine erneute Kandidatur verzichtet, wird ein neues Gesicht aus dem oberen Fricktal im Grossratssaal auftauchen. Wer dies sein wird, ist offen. Gute Karten hat Markus Liebi, der von Listenplatz zwei aus ins Rennen steigt. Aber auch die anderen Kandidaten haben durchaus eine Chance.

Die Spider-Profile der SVP-Grossratskandidaten im Überblick:

Kriminelle sollen ausgeschafft werden

Vergleicht man die Smartspider der sieben Kandidaten auf Vimentis.ch, so sticht ein Ausschlag sofort ins Auge: Bei der Ausländerpolitik, einem der Kernthemen der SVP, erreichen alle nahezu den maximalen Ausschlag und stehen somit dafür ein, dass eine möglichst strikte Ausländerpolitik umgesetzt wird. So beantworten sechs der sieben Kandidaten die Frage, ob Personen, welche die Schweizer Sicherheit gefährden, auch dann ausgeschafft werden sollen, wenn ihre Sicherheit im Ausschaffungsland nicht garantiert werden kann, mit einem Doppel-Plus, also einem «ich bin dafür». Einzig Markus Liebi hat hier ein einfaches Plus, das für «ich bin eher dafür» steht, angeklickt.

Von einer aussenpolitischen Öffnung halten die sieben SVP-Politiker, wenig verwunderlich, nicht sonderlich viel; am weitesten gehen noch Markus Liebi, Roland Härri und Christian Rüede. Beim «strengen Rechtssystem» zeigt der Spider von Christian Rüede den grössten Ausschlag, am weitesten beim Sozialstaat geht Roland Härri. Während Härri für einen verstärkten Kündigungsschutz für Arbeitnehmer über 55 eintritt, beantworten die anderen diese Frage mit Nein, eher nein oder weiss nicht.

Sechs zu eins lautet das Ergebnis auch bei der Frage, ob der Cannabis-­Konsum nach Vollendung des 18. Lebensjahrs legalisiert werden soll. Fünf sagen Nein, Rainer Kunz eher nein und einzig Alex Reimann eher ja. Einig sind sich die sieben Kandidaten, dass die Finanzpolitik eher restriktiv sein soll, in den einzelnen Antworten zu den Finanzfragen unterscheiden sie sich dann aber doch merklich. So ist für Riner, Suter, Rüede und Liebi klar, dass das Ausgabenwachstum des Kantons Aargau maximal gleich hoch sein soll wie das Wirtschaftswachstum, Reimann und Kunz sehen das ebenfalls eher so – Härri dagegen hat hier ein Nein angekreuzt.

Markus Liebi steht am weitesten rechts

Legt man die Antworten auf die 44 Fragen, die Basis für die Vimentis-­Umfrage bilden, auf das Links-Rechts-Schema um, so steht Markus Liebi am weitesten rechts, gefolgt von Alex Reimann, Christoph Riner, Christian Rüede, Emanuel Suter und Rainer Kunz. Sogar leicht links von der Mittelachse steht – zumindest auf der Vimentis-Karte – Roland Härri.

Auf der zweiten Achse – sie unterscheidet zwischen einer liberalen und einer konservativen Einstellung – schneidet Riner am konservativsten ab, gefolgt von Emanuel Suter, Roland Härri, Alex Reimann, Christian Rüede und Rainer Kunz. Am nächsten bei der Achse, die das konservative vom liberalen Lager trennt, ist Markus Liebi.

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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