Rheinfelden

Wenn Rhein und Grenze «megaspannend» werden: Wie Corona den Tourismus verändert

An der Schifflände in Rheinfelden ist wieder viel los.

An der Schifflände in Rheinfelden ist wieder viel los.

Viele Schweizerinnen und Schweizer verbringen die Sommerferien coronabedingt im eigenen Land. Das Virus hat den Tourismus eindrücklich verändert. Davon können nun auch Reise-Ziele wie Rheinfelden profitieren.

«Das Schiff, das Schiff, es kommt», ruft Yara Gantenbein. Ihre Schwestern Malin, Nela und Enya werden zappelig. Doch Papi Florian und Mami Anita sind die Ruhe selbst. Es sitzt sich ja auch megagemütlich auf der Terrasse des Café Graf bei einem kühlen Getränk.

Die Gantenbeins aus Hauptwil TG verbringen die Sommerferien das erste Mal im Fricktal, eine Woche. «Sonst zieht es uns auf eine Alp. Aber dieses Jahr wollten wir mal unten bleiben», so der Familienvater. Sie wohnen im Wegenstetter Flederhaus. Jetzt warten die sechs auf die Ankunft der Rhystärn, dem Schiff, das sie von Rheinfelden nach Basel bringt. «Das ist für die Kinder das Highlight der Woche», sagt Florian Gantenbein.

Auch Liv, Frowin und Elias Bissig aus Küssnacht (SZ) können es kaum abwarten, an Bord zu gehen. Sie machen mit ihren Eltern Samuel und Cécile Ferien auf dem Campingplatz Kaiseraugst. Das Schwimmen im Rhein und die nahe deutsche Grenze – laut dem Papi finden das die Kinder «megaspannend».

Die Ein­brüche bei den Auslandsgästen wettmachen

Touristen wie die Gantenbeins und die Bissigs sind im Städtli willkommener denn je. Schweizer, die in Zeiten von Corona Ferien im eigenen Land machen. Die helfen, die Ein­brüche bei den Auslandsgästen wettzumachen. Die Schifflände, dort wo die Rhystärn an- und ablegt, ist Rheinfeldens Tor zur Welt und der grosse Sammelpunkt der Städtli-Touristen. «In normalen Jahren sind es rund 30000 ein- und aussteigen- de Schiffspassagiere», berichtet Tourismus-Chefin Stéphanie Berthoud.

Wer die «Grosse Schleusenfahrt» hin und retour bucht, steigt bei 15 Minuten Aufenthalt in Rheinfelden wohl nicht aus. Bucht man die Tour aber one way, von Basel nach Rheinfelden oder in umgekehrter Richtung, lässt sich der Bootstrip gut mit einem Besuch der Rheinfelder Altstadt, mit Shoppen, Kaffeetrinken, Essengehen oder Übernachten verbinden.

«Normale Jahre» – dazu zählt 2020 nicht. Nimmt die Rhystärn doch erst seit dem 11. Juni wieder Kurs aufs Fricktal, zwei Monate später als normal. Normal sind nicht die Masken, die Passagiere aus- serhalb der Restaurant-Bereiche noch immer tragen müssen. Und doch kehrt die Normalität zurück. «Mehr als 300 sind bei der jüngsten Fahrt der Rhystärn in Rheinfelden aus- und eingestiegen», berichtet Frédéric Petignat von der Basler Personenschifffahrt. «Ferien können, gerade in der jetzigen Zeit, auch zu Hause wunderbar sein», sagt er. Es ist ein Satz, den die Gantenbeins und die Bissigs nur unterschreiben können.

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