Laufenburg – eine Stadt mit Charme und Wohlfühlcharakter – ist auch Heimat für eine Gruppe afrikanischer Mitbürger geworden. Die Umstände, ihr Zuhause zu verlassen, sind unterschiedlich, nun ist es ihnen jedoch wichtig, sich im Hier und Heute einzubringen.

Die Idee mit dem Afrika-Kulturtag

Sie alle pflegen intensive Kontakte untereinander, treffen sich mit Einheimischen, arbeiten mit ihnen. Doch nichts ist so gut, dass es nicht noch besser sein könnte, fand Guy-Alain Ouambo mit seinen Laufenburger Freunden. Vor einem Jahr gründeten sie die Initiative «Afrika Kultur am Hochrhein» mit dem Ziel, einen breiten Dialog mit allen, die daran interessiert sind, zu fördern.

Am 4. Juni 2011 werden sie sich mit einem Afrika-Kulturtag, an dem international bekannte Künstler auftreten, in der Stadthalle präsentieren. Da aber nicht nur die Musik und die Mode zur Kultur gehören, dürfen die Besucher auch Kulinarisches aus Schwarzafrika geniessen und sich durch ein breites literarisches Angebot über diesen Kontinent informieren.

Familien treffen sich zum Grillen

Schirmherr der Veranstaltung ist Stadtammann Rudolf Lüscher. Bei den Vorbereitungen tragen viele Helferinnen und Helfer zum Gelingen bei, ganz besonders Silvia Blaser, ehemalige Leiterin des Verkehrsbüros. Anfang Mai traf sich eine Gruppe der afrikanischen Gemeinde Laufenburg/Kaisten mit ihren Familienangehörigen zum gemeinsamen Grillen, vor allem jedoch zur Feinabstimmung für die Veranstaltung am ersten Junisamstag.

Hauptorganisator ist Guy-Alain Ouambo. Warmherzig erinnert er sich, wie es ihm in relativ kurzer Zeit gelang, im kalten Europa fuss zu fassen. Hilfreich war sicher dabei, dass er schon bald seine Frau, Stuttgarterin mit afrikanischen Wurzeln, kennenlernte. «Nach dem Abitur in Kamerun hatte ich das grosse Glück, durch ein deutsches Hilfsprojekt für eineinhalb Jahre eine finanzielle Studienförderung zu bekommen. Danach allerdings ging es zweigleisig weiter, acht Semester Nachrichtentechnik lagen noch vor mir, für die ich durch unterschiedliche Nebenjobs meinen Lebensunterhalt verdiente.» Und meint dazu: «Mit einem festen Ziel vor den Augen, ist vieles möglich, auch wenn man dabei hart an die Grenzen kommt.»

Offenheit beeindruckt

Und setzte mit einer Zusatzausbildung als Fachinformatiker noch eins drauf. Über verschiedene Anstellungen in Deutschland fand er nun eine Arbeit in der Schweiz, die ihm ganz grosse Freude macht. Immer wieder ist Guy-Alain von der Offenheit im Land beeindruckt, von der Möglichkeit, alle Dinge offen anzusprechen. Gewöhnungsbedürftig für ihn sei die starke Individualität der Menschen. Bei ihm zu Hause hat die Gemeinschaft einen hohen Stellenwert, in die man aufgenommen wird, die trägt, aber auch fordert. So wie er ganz selbstverständlich seine beiden Brüder in der Heimat bei ihrer Ausbildung unterstützt, was mit etwa 100 Franken im Monat schon möglich ist.

Seit zwei Jahren lebt er in Laufenburg, konnte schon einige Kontakte knüpfen, die er privat und durch die Initiative Afri-Culture weiter ausbauen möchte.

Erster Afrika-Kulturtag: Samstag, 4. Juni, 20 Uhr in der Stadthalle Laufenburg. www.afri-culture.org