Verschiedene Techniken führen zum Erfolg. Der eine wirft den Stiefel schwungvoll über die Schulter in die Höhe, der andere dreht sich im Kreis und wirbelt den Stiefel davon, wieder ein anderer feuert den Stiefel locker aus dem Handgelenk. Egal wie er geworfen wird, solange der Gummistiefel innerhalb des markierten Feldes landet, ist der Wurf gültig.

Helfer rennen über die Wiese und messen das Ergebnis. 17 Meter, 20 Meter und auch 27 Meter werden angesagt. Der Weltrekord von 2012 des Finnen Antti Ruusuvirta liegt mit 68,03 Meter deutlich höher. Im vergangenen Jahr hatte beim Stiefel-Weitwurf-Wettkampf in Münchwilen Ramon Trittenbach immerhin 32,73 Meter erreicht.

Zum dritten Mal trug der Feuerwehrverein Münchwilen den Wettkampf auf dem Sportplatz aus. Eine Handvoll Mannschaften hatten sich im Vorfeld schon angemeldet, aber der Verein hat die Anmeldung bewusst offengelassen, da der Event wetterabhängig ist, erklärte Präsident Mike Bosshard. Die Startgebühr für Mannschaften oder Einzelkämpfer konnte auch am Austragungstag noch entrichtet werden.

Zum ersten Mal bot der Verein auch einen Stiefelweitwurf für Kinder an, die aus altersgemässen Distanzen die Stiefel nicht möglichst weit schleuderten, sondern in einen Waschzuber warfen. Das Angebot nahmen die Kids begeistert an, aber begutachteten auch interessiert den Feuerwehrjeep oder tobten auf dem nahen Spielplatz.

Janine Bührer verteidigt ihren Titel

Schon zum dritten Mal dabei war der Feuerwehrverein Kaisten. Bianca rechnete für sich aber mit keiner guten Platzierung, obgleich die Mannschaft letztes Jahr ganz gut abgeschlossen hatte. «Wir machen das nur just for fun», meinte Bianca. Roger aus Münchwilen sah den Wettkampf ganz entspannt. Zusammen mit Daniela aus Münchwilen und Nane aus Wallbach war er zum ersten Mal an dem Event. «Wir sind schon ehrgeizig. Wir wollen gewinnen», scherzte Nane.

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Spontan waren auch acht Kids einer 30-köpfigen Pfadfindergruppe aus der Nähe von Köln gekommen, die gerade im Sommerlager im deutschen Schwörstadt war. «Wir fanden, das ist eine witzige Idee für die Kinder. Die fanden das cool», sagte Gruppenleiterin Ina.

Das Reglement orientiert sich beim Wettkampf an internationalen Standards. Männer werfen einen Gummistiefel der Grösse 43 mit einer Schafthöhe von 40 Zentimetern, der zwischen 950 und 1050 Gramm wiegt. Frauen werfen einen Stiefel der Grösse 38. Die Schafthöhe beträgt 30 Zentimeter und das Gewicht 650 bis 750 Gramm. Einzelkämpfer oder Teams zu drei Personen können sich dem Wettkampf stellen. Pro Wettkämpfer wird nur der weiteste Wurf aus drei Würfen gewertet.

Bei den Frauen konnte Janine Bührer aus Münchwilen ihren Titel vom vergangenen Jahr mit 22,72 Metern verteidigen. Benjamin Winter aus Münchwilen warf als bester Mann den Stiefel 31,32 Meter weit. Bestes Team wurde die Mannschaft Querbeet ebenfalls aus Münchwilen mit zusammengezählten 72,14 Metern.