Fricktal
Wenn der Garten aus dem Winterschlaf erwacht

Der Fricktaler Pflanzen-Fachmann Hansruedi Thommen aus Möhlin weiss, welche Gartenarbeiten anstehen und hat Tipps, wie und wann man am besten die Pflanzen auf die Sommerzeit vorbereitet.

Sandra Bös
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Nicht jeder Baum wird zur gleichen Jahreszeit geschnitten.AZ Archiv/psi

Nicht jeder Baum wird zur gleichen Jahreszeit geschnitten.AZ Archiv/psi

Endlich, bald wieder Frühling – so empfinden wohl viele Menschen, wenn sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen und die Temperaturen tagsüber nicht mehr unter 0 Grad fallen.

Bäume und Pflanzen fangen langsam an zu blühen und die Paarungszeit der Tiere lässt ebenfalls nicht mehr lange auf sich warten. Die Euphorie bewegt viele dazu, den Garten wieder auf Vordermann bringen zu wollen und ihre Pflanzen in Form zu schneiden.

Pflanzen schützen

Hansruedi Thommen hat eigene Gärtnerei in Möhlin und kennt sich mit Pflanzen aller Art bestens aus.

«Zurzeit herrscht draussen nur leichter Frost und kein Dauerfrost. Das bedeutet, dass die Temperaturen nur nachts und nicht mehr tagsüber unter null Grad fallen» erklärt er.

Pflanzen, die den ganzen Winter in der Kälte gestanden haben, seien frosthart. Diese würden deshalb erst drei bis vier Wochen später blühen, als Pflanzen, die den Winter über im Warmen gestanden haben.

«Wer neu gekaufte oder neu gepflanzte Pflanzen trotzdem schon jetzt im Garten haben möchte, kann sie mit einer Zeitung oder einem Handtuch abdecken. Das schützt die Pflanze etwas vor dem Frost.»

Doch zurzeit blüht noch fast keine Pflanze. Das Wechselbad, das zurzeit herrscht, weil es in der Nacht um einiges kälter ist als am Tag, ihnen keine Möglichkeit, sich zu entwickeln. Erst wenn es genug warm wird, etwa Ende März, können die Pflanzen anfangen, richtig zu blühen.

Zur richtigen Zeit schneiden

Nicht nur Pflanzen, sondern auch Bäume brauchen die richtige Pflege. Wer Wert auf einen schönen Garten legt, kommt um den regelmässigen Baumschnitt nicht herum. Er sorgt dafür, dass die Bäume ihre Form behalten und nicht unkontrolliert in die Höhe wachsen.

Beim Schnitt sollte man auf einige Dinge achten, wie zum Beispiel auf die richtige Jahreszeit. Oft ist es sinnvoll, Bäume in Frühjahr zu schneiden. Die meisten Bäume sind Frühlingsblüher und sind im Winter in der Vegetationsruhe . Das bedeutet, dass das Wachstum und auch die Fotosynthese inaktiv sind.

Es ist wichtig, dass sie geschnitten werden, bevor sie austreiben. «Eine Forsythie zum Beispiel ist ein Frühlingsblüher. Sie hat ihre Blüten bereits im Herbst angelegt, deshalb sollte man sie direkt nach der Blüte zurechtschneiden, damit die Blütenanlagen für das nächste Jahr schon ausgebildet werden können.

Dass es so weit ist, erkennt man, wenn die Blüten von der Pflanze abgefallen sind» weiss Hansruedi Thommen. Andere Bäume, die zu den Frühlingsblühern gehören, seien beispielsweise die Birke, der Rhododendron oder der Ahornbaum.

Beliebte Sträucher

Johannisbeer- und Stachelbeersträucher sind bei Gartenfreunden ebenfalls sehr beliebt. Sie sind auch Frühlingsblüher, jedoch ist es nicht nötig, sie jedes Jahr zu schneiden. Man schneidet sie, ebenfalls im Frühling, auf ungefähr drei bis vier Augen (Seitenknospen am Trieb) zurück. Danach dauert es ungefähr drei Jahre, bis sich etwa acht neue Triebe entwickelt haben. Sie ersetzten die alten Triebe, die von da an auf Bodenhöhe abgeschnitten werden können. Man erkennt sie gut an den vielen Seitenästen.

Winterblüher

Demnach könnte man annehmen, dass Bäume die im Winter blühen, kurz vor dem Winter geschnitten werden sollten. Dem ist aber nicht so: Sie brauchen ebenfalls im zeitigen Frühjahr einen Rückschnitt. Das liegt daran, dass diese Bäume in erster Linie an den Trieben, die im Vorjahr gebildet worden sind, blühen. Zu den Winterblühern gehören zum Beispiel der Winter-Jasmin, die duftende Fleischbeere oder die Zaubernuss. Ausserdem alle Bäume, die winterhart sind und zu jeder Jahreszeit blühen können.

Jeder Baum ein Individuum

Spätestens hier wird klar - die Gartenpflege ist eine keine leichte Angelegenheit. «Es gibt keine allgemein geltenden Regeln, denn jeder Baum und jede Pflanze ist anders und muss anders behandelt werden», sagt Gartenbauer Hansruedi Thommen.

Wer sich also noch immer unsicher ist, sollte einen Experten um Rat fragen, um dem Baum nicht unnötig zu schaden. So kann man es sich rechtzeitig zum Frühlingsbeginn im schönen und gepflegten Garten gemütlich machen und seine Freizeit geniessen.

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