Laufenburg
Wenn der Alltag orientierungslos ist – Farben weisen Demenzkranken den Weg

Mit einem speziellen Farbkonzept soll Demenzkranken im Alterszentrum Klostermatte die Orientierung erleichtert werden. Die Patienten können ihre Einrichtungsgegenstände selbst mitbringen, damit ein Bezug zu ihrer früheren Umgebung hergestellt wird.

Dennis Kalt
Merken
Drucken
Teilen
Rund 116000 Menschen in der Schweiz leiden an Demenz. Ein neues Farbkonzept soll den Bewohnern in der Demenzstation Klostermatte in Laufenburg Orientierung bieten.

Rund 116000 Menschen in der Schweiz leiden an Demenz. Ein neues Farbkonzept soll den Bewohnern in der Demenzstation Klostermatte in Laufenburg Orientierung bieten.

Getty Images/iStockphoto

Mehr Bewegung, mehr Farben, mehr Persönliches – der Verein für Altersbetreuung im Oberen Fricktal (VAOF) präsentierte am Tag der offenen Türen ein innovatives Konzept für Demenzkranke, das in die fertiggestellte Demenzstation im Alterszentrum Klostermatte in Laufenburg integriert wird.

Die Demenzstation bietet Platz für vierzehn Personen. Zur Verfügung stehen acht Einer- und drei Doppelzimmer. Ein spezielles Farbkonzept soll den Bewohnern die Orientierung erleichtern: "Da der bewusste Zustand der Leute eingeschränkt ist und sie auch nicht mehr lesen können, orientieren wir sie über Farbverläufe", sagt VAOF-Geschäftsführer André Rotzetter. So befinden sich an den Wänden in den Korridoren Farbstreifen, die zu den Zimmern der Bewohner führen. "Jedes Patientenzimmer ist in einer individuellen Farbe gestaltet", sagt Rotzetter.

Bewegungsfreiraum für alle

Die Raumstruktur gewährt Bewegungsfreiraum und ein hohes Mass an Autonomie. "Die Ausgänge der Zimmer münden in den Innenhof. Im Innenhof gibt es drei grosse Rundläufe, in denen sich die Patienten nicht verirren können, da sie nach einem Rundgang automatisch zum Ausgangspunkt zurückkehren", erklärt Rotzetter. Im Zentrum des Innenhofes befindet sich ein geschützter Garten mit Sitzgelegenheiten und kleinem Brunnen. Dieser ist über einen direkten Zugang erreichbar.

Ausser Bett, Nachttisch und Schrank bringen die Bewohner ihre Einrichtungen selber mit. Was und wie viel die Patienten mitbringen, bleibt ihnen selbst überlassen. "Lampen, Schränke, Sessel, Tische – es werden aber auch individuelle Gegenstände wie Bilder oder Fotos mitgebracht", sagt Rotzetter. Ziel ist es dabei, einen direkten Bezug zu der früheren Umgebung zu suggerieren und damit ein Gefühl der Vertrautheit zu vermitteln.

Herausforderung: individueller Umgang

Eine grosse Herausforderung stellt die unterschiedliche Ausprägung der Demenz, der einzelnen Patienten dar: "Die Pfleger müssen auf jeden Patienten individuell eingehen", erklärt Rotzetter und schieb nach: "Das benötigt eine gewisse Anlaufsphase, um den optimalen Umgang mit jedem einzelnen Patienten zu finden."

Rotzetter ist zuversichtlich, dass die rund zweijährigen Bauarbeiten bis Ende Mai abgeschlossen sein werden. "Momentan gibt es noch freie Plätze", sagt Rotzetter, der jedoch zuversichtlich ist und hinzufügt, dass das Haus bis im Sommer wieder vollständig ausgebucht sein wird.