Trendwende

Weniger Schweizer Einkaufstouristen – dafür kommen mehr Deutsche zu uns

Einkaufstouristen stehen weiterhin Schlange am deutschen Zoll. Keystone/Ruetschi

Einkaufstouristen stehen weiterhin Schlange am deutschen Zoll. Keystone/Ruetschi

Im Raum Konstanz ist der Umsatz mit Schweizer Kunden im ersten Halbjahr 2016 spürbar zurückgegangen. Neu kommen vermehrt deutsche Kunden in die Schweiz.

Diese Entwicklung ist neu: Im Raum Konstanz haben weniger Schweizer Einkaufstouristen im ersten Halbjahr 2016 eingekauft. Ist die Trendwende erreicht? Bertram Paganini, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee, vermutet, dass die Umsätze mit Schweizer Kunden aus dem Jahr 2015 kaum noch zu übertreffen sind. Und er fügt hinzu: «Dies gilt auch für den Raum Rheinfelden bis Laufenburg.»

Diese Vermutung bestätigt Robert Maindok, stellvertretender Leiter der Rewe-Filiale in Badisch-Rheinfelden: «Unser Kundenstrom ist leicht rückläufig. Weil wir in unserer Filiale viele Kunden aus der Schweiz haben, liegt es auf der Hand, dass wir bei diesen ebenfalls einen leichten Rückgang zu verzeichnen haben.»

«Noch nichts von einem Rückgang mitbekommen»

Hingegen muss Sandra Winter, Filialleiterin des Spielwarengeschäfts Rofu Laufenburg in Badisch-Rheinfelden, schmunzeln, als ihr die Frage nach einem Rückgang von Schweizer Einkaufstouristen gestellt wird: «Nein, von einem Rückgang habe ich noch nichts mitbekommen.»

«Nach der Aufhebung des Mindestkurses im Januar gab es einen extremen Ansturm von Schweizer Kunden bei uns», sagt Ramona Würger, Filialleiterin der Müller Drogerie in Bad Säckingen. Zwar sehe man in der Tiefgarage der Beck-Arkaden immer noch viele Schweizer Kennzeichen, der Ansturm sei jedoch im Vergleich zum Frühjahr etwas abgeflacht.

Und wie sieht es mit der Kundschaft diesseits des Rheins aus? «Seit den Umbauten verzeichnen wir eine kontinuierliche Steigerung der Filialen in Rheinfelden, Möhlin, Stein und Frick», sagt Migros-Sprecherin Andrea Bauer. Grund dafür sei, dass die Genossenschaft Migros Aare in den letzten Jahren über 25 Millionen Franken in den Umbau im Fricktal und Brugg investiert hat. Ein weiterer Grund: Migros hat – ebenso wie Coop – die Produktpreise angepasst. «Wir haben sogar vermehrt Kunden aus Deutschland, die den Weg in unsere Filialen finden», sagt Bauer.

Vermehrt deutsche Kunden

Auch das Spielwaren- und Kindergeschäft Binkert in Frick erfreut sich derzeit an Kunden aus Deutschland: «Ein Päarchen aus Deutschland hat einen Autositz für sein Kind in einem deutschen Geschäft gesucht. Weil sie dort nicht beraten wurden, haben sie dann diesen bei uns gekauft und uns anschliessend in ihrem Umfeld weiterempfohlen», sagt Inhaberin Sybille Bachmann.

Seit rund zwei Jahren kann auch die Peter Frey GmbH in Frick einen Zuwachs an deutschen Kunden verzeichnen: «Uhren und Brillen sind bei uns teilweise günstiger als in deutschen Geschäften. Zudem bieten wir auf unsere Produkte 1000 Tage Garantie an. Ich denke, Service und Qualität sprechen sich auch bis nach Deutschland herum», sagt Inhaber Peter Frey.

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