Zeihen/Bözen

Weniger Ertrag auf Getreidefeldern – zum Schutz der Hasen

Ein Feldhase.

Ein Feldhase.

Dank durchlässigeren Feldern soll es mehr Hasen geben. Acht Landwirte beteiligen sich an einem Pilotprojekt. Finanziert wird dieses vom Kanton.

«Nur wenige Hasen überleben in unserer Landschaftsstruktur die ersten Lebenswochen», weiss Eveline Schürmann, Präsidentin der Energie- und Umweltkommission Zeihen. Häsinnen «setzen» die Neugeborenen oft in Hecken, wo sie nur schlecht geschützt sind und zum Beispiel von Füchsen und Hunden schnell gefunden werden. Getreidefelder würden einen besseren Schutz bieten, allerdings werden die herkömmlich angesäten Felder im Verlauf der Saison zu dicht.

In Zeihen wurde deshalb diesen Herbst auf Initiative der Energie- und Umweltkommission ein Versuch mit durchlässigeren angesäten Getreidefeldern gestartet. Statt 100 Prozent säen die Landwirte nur 60 Prozent an und akzeptieren einen Ertragsausfall von zirka 15 Prozent. Die dadurch entstehenden Lücken bieten Platz und Schutz für junge Hasen. Auch bodenbrütende Vögel wie die Feldlerche sollen profitieren.

«Ganz neu ist das Projekt nicht; im Baselland wird es seit mehreren Jahren durchgeführt und die Bilanz ist sehr vielversprechend», so Eveline Schürmann. Positiv war auch die Resonanz im Oberen Fricktal: Jäger, Landwirte und Agrofutura in Frick waren gleichermassen begeistert.

Markus Krähenbühl von Agrofutura: «Ich hatte ein Projekt solcher Art schon länger im Hinterkopf. Wenn der Pilotversuch in Zeihen gute Resultate zeigt, werden wir versuchen das Projekt auf das gesamte Fricktal auszuweiten.»

Neun «Hasenfelder» mit einer Totalfläche von 11 Hektaren wurden in Zeihen angesät; drei auf dem Uelberg Richtung Bözen, drei im Eichwald und drei im Iberg. Sieben Landwirte aus Zeihen und einer aus Bözen machen mit.

Unter ihnen ist auch der Zeiher Vizeammann Patrik Meier: «Das ist eine gute Sache. Mit wenig Aufwand kann man viel erreichen. Und die Landwirte in unserer Region sind es gewohnt mit ökologischen Ausgleichsflächen zu arbeiten. Darum war es wohl auch kein Problem, genügend Teilnehmer zu finden.»

Ungefähr Ende September wurde das Wintergetreide gesät, im Juli wird gemäht. Junge Hasen werden zwischen Februar und August geboren. «Alle jungen Hasen werden wir nicht schützen können, aber wenn wir mit den Massnahmen eine stabile Hasenpopulation erreichen, sind wir zufrieden», so Eveline Schürmann.

Der Pilotversuch – finanziert von der kantonalen Sektion Jagd und Fischerei – ist auf drei Jahre begrenzt. «Auch der Jurapark ist an unseren Versuchen interessiert. Eventuell geht es danach dort weiter», so Eveline Schürmann.

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