Rheinfelden
Weiterbildung mal anders: Lehrer gehen einen Tag bei Unternehmen in die Lehre

Mit der Unterstützung des Vereins Jugend und Wirtschaft und des Gewerbevereins Rheinfelden, veranstaltete die Kreisschule Unteres Fricktal (KUF) gestern einen Weiterbildungstag für ihr Lehrpersonal. Zu diesem Anlass trafen sich rund 90 Lehrer mit Akteuren der regionalen Wirtschaft.

Dennis Kalt
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In der offenen Werkstatt «FabLab Makerspace» modellieren die Lehrkräfte der KUF Figuren für den 3D-Druck. Dennis Kalt

In der offenen Werkstatt «FabLab Makerspace» modellieren die Lehrkräfte der KUF Figuren für den 3D-Druck. Dennis Kalt

Dennis Kalt

Mit der Unterstützung des Vereins Jugend und Wirtschaft und des Gewerbevereins Rheinfelden, veranstaltete die Kreisschule Unteres Fricktal (KUF) gestern einen Weiterbildungstag für ihr Lehrpersonal. Zu diesem Anlass trafen sich rund 90 Lehrer mit Akteuren der regionalen Wirtschaft.

Der Leiter der KUF, Beat Petermann, zeigt sich begeistert von der Kooperation zwischen Bildung und Wirtschaft und hebt dabei die daraus erwachsenden Synergieeffekte hervor: «Die Lehrer erhalten in den Unternehmen einen detaillierten Einblick, auf welche Kompetenzen es in einem spezifischen Beruf ankommt und können den Unterricht gezielt auf diesen Kompetenzerwerb ausrichten.» Dies führe im Umkehrschluss dazu, dass auszubildende Unternehmen auf berufstauglichere Schulabgänger träfen, führt Petermann weiter aus.

Die Lehrkräfte hatten zu diesem Zweck die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Weiterbildungsangeboten auszuwählen. So bot «Die Mobiliar» einen Kurs zum Thema «Jugend debattiert» an. Im Vordergrund stand hierbei, wie Schülern politisches Wissen und sprachliche Kompetenz am besten vermittelt wird und wie sie befähigt werden können, kontroverse Fragestellungen sachkundig zu debattieren.

Vielfältiges Kursangebot

«Feldschlösschen» führte die Kurse «Projektmanagement» und «Berufsfindung» durch. Im Kurs Projektmanagement wurde der Frage nachgegangen, wie Kinder und Jugendliche eigene Projekt- und Abschlussarbeiten zielorientiert umsetzen können. Bei der Berufsfindung lag der Fokus darauf, wie man den Schülern ihre Neigungen und Fähigkeiten besser bewusst macht.

Die offene Werkstatt «FabLab Makerspace» wartete mit dem zukunftsträchtigen «3-D-Printing» auf. Im «Roche Learning Center» in Kaiseraugst konnten die Teilnehmer anhand einer Lernmaterialbox forschen und erfinden oder bei einem Berufswahlparcours Berufe erlernbar machen. Hierbei wurden die Lehrkräfte darin weitergebildet, wie sie für ihre Schüler einen erlebnisorientierten Zugang zur Technik und den Naturwissenschaften schaffen können.

Urs Marti, Geschäftsführer des Vereins Jugend und Wirtschaft, betont dass durch die praxisorientierte Weiterbildung von Lehrpersonal in regional verankerten Unternehmen, das Vertrauensverhältnis zwischen Lehrpersonen, Jugendlichen und Arbeitgebern gestärkt werden würde. «Die Schulen als auch die Wirtschaft verfolgen schlussendlich ein gemeinsames Ziel: Beide wollen die Schüler frühzeitig für die Berufswelt und ihre Herausforderungen sensibilisieren und sie dabei unterstützen, einen Ausbildungsplatz zu finden, der ihren Fähigkeiten und Wünschen entspricht», so Marti.

Praxiseinblick in Berufe

Am Nachmittag öffneten weitere regionale Gewerbeunternehmen ihre Türen, um einen Praxiseinblick in den beruflichen Alltag zu geben. Lehrpersonen konnten hier etwa in einem Bekleidungsatelier, einem Entsorgungshof oder einer Restaurantküche selbst Hand anlegen.

Abgerundet wurde der Weiterbildungstag mit einem Referat von Roger Buser, Lehrer am Berufsausbildungszentrum Fricktal und Vorstandsmitglied des Gewerbevereins Rheinfelden. Er zeigte anhand des Lehrgangs Solateur einen Weg auf, wie sich Jugendliche nach ihrer Erstausbildung in einem topaktuellen Gebiet spezialisieren können.

«Dieses praxisnahe Weiterbildungskonzept macht Schulunterricht jenseits des Elfenbeinturms möglich und trägt erheblich zur beruflichen Anschlusslösung bei», schwärmt Petermann.