Kaisten
Weisser Amur mit 9,8 Kilo hat beim Nachtfischen angebissen

Beim Nachtfischen des Fricktalischen Fischervereins in Sisseln machte Claudio Tabiadon einen sehr grossen Fang. Ein Weisser Amur ging ihm an die Angel. Der Graskarpfen brachte 9,8 Kilogramm auf die Waage.

Walter Christen
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Ein kapitaler Fang: Claudio Tabiadon mit dem 9827 Gramm schweren und 98 Zentimeter langen Weissen Amur. – Foto: pd

Ein kapitaler Fang: Claudio Tabiadon mit dem 9827 Gramm schweren und 98 Zentimeter langen Weissen Amur. – Foto: pd

Die ganze Nacht fischte er mit einem Anglerkollegen auf mit einem Blei auf Grund: Claudio Tabiadon verwendete Würmer, Käse, Schnecken und Mais als Köder. «Es tat sich – bis auf ein paar spitze Bisse – stundenlang nichts», schilderte er der Aargauer Zeitung.

«Kurz vor 4.30 Uhr nahm ich die Spinnrute zur Hand und fing an, fächerförmig auszuwerfen und einzuholen. Kommen die Fische nicht, muss man halt zu ihnen», fuhr er fort.

«Plötzlich spürte ich einen zaghaften Ruck in die Rute und ich schlug an. Zuerst dache ich an einen Hänger, da fast keine Gegenwehr zu spüren war. Das bestätigte sich glücklicherweise nicht.

Ich holte immer mehr ein und sah dann den langen, hellen Fischkörper. Nach einem kurzen Drill mit praktisch immer noch keiner Gegenwehr konnten schliesslich mein Kollege und ich einen kapitalen Graskarpfen landen.

Da der Feumer zu klein war, stieg ich hinunter und hob den Fisch aus dem Wasser», beschrieb Claudio Tabiadon die Situation beim Fang des Prachtsexemplares.

Ein Exote im Rhein

Verwundert schauten sich die Fischerkollegen an. Sie konnten es kaum fassen: Ein Exote, ein Weisser Amur (Graskarpfen), also ein Vegetarier, der auf einen Wobbler ansprach und dazu noch im Rhein.

Ein Wobbler ist ein künstlicher Köder, der für das Angeln von Raubfischen verwendet wird und das erste Mal im Jahr 1884 hergestellt wurde. Der Köder führt beim Einholen taumelnde Bewegungen aus und soll einen kranken, geschwächten Fisch imitieren – leichte Beute für einen Räuber.

Gefangen wurde der Fisch im Rhein unterhalb der Kaister Fischerhütte, zwischen Laufenburg und Sisseln. Die Wassertemperatur betrug 14 Grad Celsius, die Luft 19 Grad, es war bewölkt und regnete leicht.

Der erfolgreiche Petrijünger erklärte, dass der Karpfen für seine Grösse zu leicht war und ohne Weiteres bis 20 Kilogramm hätte wiegen können. Der Weisse Amur, auch Chinakarpfen genannt, stammt aus Asien und wurde in den 1970er-Jahren hierzulande in nährstoffreichen Gewässern zur Regulierung übermässig stark wachsender Wasserpflanzen eingesetzt.

Obwohl sich die Art im Klima Mitteleuropas nicht fortpflanzt haben viele Überlebt. «Unser Fang, der inzwischen filettiert und eingefroren ist, muss also um die 30 Jahre alt gewesen sein», erwähnte der glückliche Fischer Claudio Tabiadon.