Hermetschwil(-Staffeln)

1. Erwähnung: 12. Jh.

Nennungen: Hermenswil, Hermentswile, Hermoustwilare, Hermouttwilare,  Hermotesville, Hermotswilae,  Hermoschswiler, Hermanswile,  Hermeczwil, Hermattschwile etc.

Hermetschwil ist aus einem zweigliedrigen ahd. Personennamen und der Ortsnamenendung -wilari gebildet. Die ältesten Originalbelege aus dem 12. Jh. und die heutigen Formen mit -t- weisen auf eine Bildung mit dem Personennamen Her(i)muot hin, auch wenn im 13. und 14. Jh. das Element -muot zum Teil mit -man alterniert. Als ahd. Grundform des Namens kann somit *Her(i)muoteswilari «Hofsiedlung des Her(i)muot» angenommen werden.

(Hermetschwil-)Staffeln

1. Erwähnung: 1281

Nennungen: Staffeln, Stapheln, Staffel

Staffeln ist ein ursprünglicher Flurname, der sekundär zum Ortsnamen wurde. Ahd. staffal, stapfal, mhd. staffel, stapfel, schweizerdeutsch Staffel, Stofel «Stufe, Geländestufe, Absatz eines Berges etc.» Staffeln liegt auf einer Stufe über der Reusssohle auf einem Moränenhügel des Reussgletschers.

Hilfikon

1. Erwähnung: 924

Nennungen: Hilfiniswilare, Hilffineswilare, Hilfinchon, Hilfichon, Hilfikon, Hilffikon, Hilfinkon

Der ursprüngliche Name von Hilfikon ist Helfenswil (924 Hilfiniswilare). Der Endungswechsel von -wil zu -ikon ist, wie bei anderen Orten im Aargau, zwischen dem 9. und 13. Jh. passiert. Der erste Teil des Ortsnamens entspricht dem ahd. Personennamen Helfini, dieser wiederum leitet sich von hilp «Hilfe» ab. Als Grundform ist ahd. *Helfineswilari «Hofgut des Helfini» anzunehmen.

Der Elefant im Gemeindewappen  beruht auf einer volksetymologischen Umdeutung des Personennamens Helfini, der in seinem Schriftbild an gewisse ältere Schreibweisen für Elefant (Helfant)  erinnert.

Islisberg

1. Erwähnung: 1185

Nennungen: Nidolperhc, Nidolperch, Nydolsperch, Isbolzberg, Isboltzberg,  Ysslisperg

Die genaue Form des ursprünglichen Personennamens, aus dem der Ortsname Islisberg hervorgeht, kann nicht sicher bestimmt werden. Der Stamm des Personennamens sei nitha-, daher kommen die Namen Nidolf, *Nidolt oder Nidbold infrage. Auszugehen ist also von einer ahd. Grundform *Nidolfesbërg, *Nidoltesbërg oder Nidboldesbërg «Berg(siedlung) des Nidolf, Nidolf, Nidbold».

Gegen Ende des 13. Jh wurde das  Bestimmungswort zum Personennamen Isbolt (gekürzt von Isanbolt) umgedeutet und im 15. Jh. auf eine Kurzform Islis-  reduziert.

Jonen

1. Erwähnung: 1243

Nennungen: Jonun, Jonon, Ionon, Ionun,  Johun, Jonen

Jonen ist ein ursprünglicher Gewässername, der auf die Ortschaft übertragen wurde, der Jonenbach ist ein Zufluss zur Reuss. Es gab in der Vergangenheit verschiedene Deutungsversuche, die aber wieder verworfen wurden. Beispielsweise dachte man, Jonen stamme vom keltischen *jaunia, einer Ableitung von *jag- «Eis». Der Flussname *Jauna würde somit «die Kalte» bedeuten. Eine andere Deutung leitet den Namen von einer indoeuropäischen Form yamam «Gang, Lauf» ab, was zur Bedeutung «Wasserlauf» führen würde.

Heute geht man aber davon aus, dass Jona und Jonen eine Ableitung von *jouno zur indoeuropäischen Wurzel *jeu «bewegen» ist, der alteuropäische Flussname *Jouna bedeutet also «die sich Bewegende». Der Siedlungsname hingegen geht zurück auf eine lokativische Form *(ze)  Jonun«an der Jona».

Kallern

1. Erwähnung: 1303–08

Nennungen: Kaltherren, Kalchren

Zehnder ging davon aus, dass Kallern ein alemannischer sekundärer Siedlungsname zu ahd. *(ze) calc(a)turon bzw. *(ze) chalch(a)turon «bei den Weinpressen» (selber Ursprung wie «keltern») ist. Es hiess, dass es denkbar sei, dass der Weinbau eins in dieser Gegend eine Rolle gespielt habe, denn das Kloster Muri habe Weinberge bei Lunkhofen und Bremgarten besessen. Wahrscheinlich habe in Kallern einmal eine Trotte mit eigenen Nebengebäuden gestanden. Diese Theorie wurde von Kristol aber gleich doppelt verworfen: Einerseits sei die Form calc(a)tura oder kaltur im süddeutschen Gebiet ungewöhnlich, da hier Weinpressen und deren Gebäude Torkel oder Trotte genannt wurden. Andererseits liegt Kallern am Westhang des Bünztals und ist – im Gegensatz zu Lunkhofen und Bremgarten – für Weinbau denkbar ungeeignet.

Der Flurname Chalcheren von ahd. kalk «Kalk» ist dagegen in der Deutschschweiz bestens belegt. Er bezieht sich meist auf die Bodenbeschaffenheit, schlechten Boden, auf Gruben, wo Kalk gewonnen wurde, teilweise vielleicht auch auf die Düngungsweise.

Aufgrund der historischen Belege sei laut Kristol an der Herleitung des Namens Kallern von diesem Worttypus kaum zu zweifeln. Die Bezeichnung Kallern würde somit also etwa «Ort, wo Kalk gewonnen oder gebrannt wird» oder «Ort mit kalkhaltigem, schlechtem Boden» bedeuten.

Meienberg

Der Name Meienberg «Berg, Burg des Magan, Megin» ist ursprünglich als Burgname belegt; er ist sekundär auf das Städtchen übertragen worden. In der Burgnamengebung sind Berg und Burg weitgehend gleichbedeutend und austauschbar; der semantische Unterschied hat sich im Laufe der Zeit verwischt.

Merenschwand

1. Erwähnung: 12. Jh.

Nennungen: Meriswanden, Meriswandon, Merswanden, Mereswand

Es ist ein Rodungsname, der sekundär zum Ortsnamen geworden ist. Schweizerdeutsch Schwand «Hau, Kahlschlag in einem Walde, Rodung», ahd. *swanta, mhd. swant «Ausreuten des Waldes, Verwüstung» bezeichnet eine Rodungstechnik; schwenden bedeutet, Baumstämme durch Abschälen der Rinde zum Schwinden, zum Absterben zu bringen. Merenschwand ist eine Bildung mit dem ahd. Personennamen Mero. Als Grundform *Merin-swantun «beim Hau, Kahlschlag, bei der Rodung des Mero» anzunehmen. Orts- und vor allem Flurnamen auf Schwand sind in der Deutschschweiz zahlreich, im Freiamt gibt es allerdings nur einen davon.

Mühlau

1. Erwähnung: 1274

Nennungen: Mulnowe, Muilnowe,  Múlnowa, Muillow

Mühlau ist ein sekundärer Ortsname.  Er ist eine Bildung aus den ahd. Gattungswörtern mili(n) «Mühle» und ouwa «Gelände am Wasser, Landschaftsstrich längs eines Baches oder Flusses, Insel, Halbinsel; sumpfiges, feuchtes Gelände». Als Grundform ist ahd. *mulinouwa «wassernahes Land bei der Mühle» anzunehmen.