Fricktal
Wegen Vandalen und Ruhestörung: Gemeinden setzen auf Sicherheitsdienste

Mancherorts lassen die Gemeinderäte Sicherheitsdienste patrouillieren. Ruhestörung und Vandalismus treten im Sommer häufiger auf.

Dennis Kalt
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Ärgerlich für die Gemeinde Stein sind die Schmierereien auf dem Schulgelände. dka

Ärgerlich für die Gemeinde Stein sind die Schmierereien auf dem Schulgelände. dka

Mit Vehemenz forderte ein Bürger an der Gemeindeversammlung Anfang Juni die Steiner Exekutive auf, endlich tätig zu werden, um wieder Ordnung herzustellen. Die Liste, die das Fehlverhalten im öffentlichen Raum von Stein zeigt, ist lang: Schmierereien an den Fassaden, zerbrochene Flaschen und Müll auf Wegen und Plätzen, durchtrennte Kabel und herausgerissene Gitter. Nur einige Tage nach der Forderung des Stimmbürgers machte der Gemeinderat Nägel mit Köpfen und beauftragte einen privaten Sicherheitsdienst.

Um Doppelspurigkeiten zu vermeiden, spricht sich die Zwei-Mann-Patrouille des Sicherheitsdienstes mit der Regionalpolizei ab. Kontrolliert wird dabei insbesondere an den Brennpunkten – Schulhaus, Saalbau, Park 91 und dem Rheinufer. «Aufgrund der Rapporte sehen wir, dass es viele Kontakte mit den Besuchern der öffentlichen Anlagen gibt und anzunehmen ist, dass die Bitten und Ermahnungen durchaus fruchten», sagt Gemeindeschreiber Sascha Roth. Im August will der Gemeinderat den Patrouillendienst einer Zwischenbeurteilung unterziehen. Vorerst sind die zusätzlichen Kontrollen bis Oktober vorgesehen. «Wir gehen in diesem Jahr von Kosten in Höhe von rund 15'000 Franken für den Sicherheitsdienst aus», sagt Roth.

Bereits seit einigen Jahren setzt die Gemeinde Kaiseraugst auf private Sicherheitsdienste. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund 70'000 Franken pro Jahr. «Obwohl die Zusammenarbeit zwischen der Regionalpolizei Unteres Fricktal und der Gemeinde gut funktioniert, hat Kaiseraugst zusätzliche Bedürfnisse, welche die Regionalpolizei so nicht erbringen kann», sagt Gemeindeschreiber Roger Rehmann. Hierzu zählten zusätzliche Sicherheitskontrollen, Sicherheitsdienste bei Gemeindeanlässen und die Kontrolle des ruhenden Verkehrs, insbesondere dort, wo sich Parkplätze der Gemeinde befinden.

Ein weiterer Grund, weshalb man auf die privaten Sicherheitsdienste setzt, ist, dass ohne diese «kleine Konflikte eher ausbrechen und das Sicherheitsgefühl sinken würde», sagt Rehmann. Gerade in den Sommermonaten entstünden diese kleinen Auseinandersetzungen eher. «In dieser Zeit halten sich die Einwohner vermehrt im Freien auf. Daher treten Ruhestörungen, Belästigungen und Littering häufiger auf.»

Sicherheitsdienst nur bei Bedarf

Die Stadt Laufenburg greift erst auf einen privaten Sicherheitsdienst zurück, «wenn es die Situation erfordert», sagt Stadtammann Herbert Weiss. Bisher sei dies in diesem Sommer jedoch noch nicht der Fall gewesen. Anders sah dies im vergangenen Sommer aus. Nächtliche Partys und Sachbeschädigungen auf dem Spielplatz in der Badstube und Vandalenakte an der WC-Anlage beim alten Zoll zwangen den Gemeinderat zum Handeln. Dieser engagierte von Juli bis September einen privaten Sicherheitsdienst für rund 6500 Franken. «Die Patrouillen zeigten Wirkung. Insgesamt waren weniger Vorfälle zu verzeichnen», sagt Stadtschreiber Marco Waser.