Gipf-Oberfrick

Wegen Tierschutz-Vorschriften: Reithandelsstall zügelt in Gewerbezone

Auf diesem Land (Teilansicht) vor den Wohnhäusern, soll der Reit- und Handelsstall Mettauer in Gipf-Oberfrick neu aufgebaut werden.

Auf diesem Land (Teilansicht) vor den Wohnhäusern, soll der Reit- und Handelsstall Mettauer in Gipf-Oberfrick neu aufgebaut werden.

Der Reithandelsstall Mettauer hat am bisherigen Ort zu wenig Platz, die Tierschutz-Vorschriften können nicht eingehalten werden. Nun soll er an den Dorfrand Richtung Wittnau zügeln.

Benno Mettauer betreibt in dritter Generation einen Reithandelsstall im Dorfzentrum von Gipf-Oberfrick. Die Platzverhältnisse sind jedoch ungenügend, wodurch die Tierschutzvorschriften nicht eingehalten werden können.

Der Betrieb liegt in der Wohn- und Gewerbezone, umgeben von Wohnbauten. Der Pferdehandel ist dort zonenfremd. Auf privater Basis hat sich nun eine Lösung ergeben, indem der Reit- und Handelsstall an den Dorfrand, in die Gewerbezone in Richtung Wittnau, verlegt werden könnte.

Die Vorverträge mit den Landeigentümern sind bereits abgeschlossen. Jetzt geht es noch um die planungsrechtlichen Abklärungen mit Erschliessungs- und Gestaltungsplan.

Wie Gemeindeammann Regine Leutwyler an einer Orientierung der direkt betroffenen Grundeigentümer und Anstösser ausführte, besteht im Gebiet Bluemet ein grösseres, zusammenhängendes Gewerbegebiet. Ein Teil sei noch nicht erschlossen. Die Nutzung des Landes werde aber schon seit ein paar Jahren diskutiert.

Der Reit- und Handelsstall darf nicht in der Landwirtschaftszone errichtet werden, er muss ins Gewerbegebiet. «Der Gemeinderat will eine brauchbare und realisierbare Lösung», betonte Gemeinderat Jos Bovens.

«Die kantonale Vorprüfung ist nach der Überarbeitung positiv ausgefallen; wir erwarten bis Ende Jahr oder Anfang 2015 definitiven Bescheid vom Kanton. Der Gemeinderat erachtet das Vorhaben als gute und akzeptable Lösung für das Gewerbe, den Reithandelsstall, das Dorf und die Anwohner», so Bovens.

Pferdestall, Reithalle, Wohnhaus

Infrastrukturmässig sieht das Projekt einen Pferdestall mit Reithalle für 28 Pferde vor, samt Futter- und Einstreulager. Dazu zählen eine Führanlage, ein Ausbildungsplatz und ein Springgarten sowie ein Mistplatz und Weiden. Ein Zweifamilienhaus und drei Studios für Angestellte ergänzen die Pläne.

Zu den Immissionen wurde an der Orientierung darauf hingewiesen, dass der Stallgeruch gering sei durch die Distanz von mindestens 23 Metern von Stall/Reithalle zum Wohngebiet. Ausserdem falle keine Gülle an, sondern bloss Pferdemist. Nicht erlaubt sind öffentliche Pferdesportturniere und der Betrieb einer Reitschule. Der Pferdehandel betrifft den An- und Verkauf von Sportpferden, die Ausbildung der angekauften Pferde und eine begrenzte Pensionspferdehaltung. Der Personalbestand beträgt drei bis fünf Personen.

Gemäss vorliegendem Konzept ist mit zwei bis drei Zu- und Wegfahrten von Lastwagen oder Traktoren pro Tag zu rechnen sowie mit acht bis zehn Personen- und Lieferwagen.

Es besteht noch eine Herausforderung an die Planung – die Erschliessung mitsamt Verkehrsregime ist mit Fragezeichen behaftet. Das Gewerbeland mit dem Reithandelsstall soll über eine bestehende Quartierstrasse, die Hofackerstrasse, mit einer Verlängerung als Zufahrt erschlossen werden. Die Gemeinde bemüht sich laut Gemeinderat Jos Bovens um eine verträgliche Lösung.

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