Der Knatsch in der reformierten Kirchgemeinde scheint kein Ende zu nehmen. Nun hat auch Pfarrerin Verena Salvisberg genug. Wie sie in der aktuellen Gemeindebeilage der Zeitschrift «reformiert» bekannt gibt, verlässt sie Frick nach fünf Jahren in Richtung Roggwil BE. Es ist ein weiterer Knall nach bereits mehreren schwierigen Monaten.

In der Kirchgemeinde schwelt ein Konflikt rund um Pfarrer Johannes Siebenmann. Zuletzt sprach sich Kurator Markus Fricker – die Kirchgemeinde wird von ihm verwaltet – gegen dessen Wiederwahl für die Amtsperiode 2019–2022 aus. Siebenmann will aber trotzdem kandidieren.

«Das hat Kraft gekostet»

Auch Salvisbergs Rücktritt hängt mit dem Knatsch zusammen. Das ist klar, obwohl sie in ihren «Gedanken zum Rücktritt» Siebenmann namentlich nicht erwähnt. «Leider ist es in den fünf Jahren nicht gelungen, ein richtiges Arbeitsbündnis zu schliessen», schreibt sie stattdessen lediglich. An ein «geregeltes Wirken» sei nicht zu denken gewesen. Gegenüber der AZ betont Salvisberg ausserdem, dass sie den Abschied aus dem Fricktal bedauere. «Es tut mir leid, dass ich die engagierten Menschen hier im Stich lasse. Aber das alles hat viel Kraft gekostet. Ich brauche einen Neustart.»

Kurator hofft auf Neustart

Markus Fricker hat Verständnis für den Entscheid und betont, dass er dieses auch im Umfeld der Reformierten spüre. Es gelte nun, Salvisbergs Rücktritt als eine Chance zu begreifen, sagt der Kurator weiter. Am 23. September steht die Wahl für die neue Amtsperiode an – mit dem Kandidaten Johannes Siebenmann, der dieses Vorhaben gegenüber der AZ noch einmal bekräftigt: «Der Rücktritt hat darauf keinen Einfluss.»

Schafft er die Wahl, wird ein neuer Pfarrer gesucht. Scheitert er, sind es zwei neue Pfarrer. Fricker wünscht sich – wenig überraschend – diesen «kompletten Neustart». Parallel zur Suche nach neuen Pfarrern würde eine Kommission dann auch versuchen, neue Mitglieder für die Kirchenpflege zu gewinnen, sagt er. Ein Unterfangen, das sich bis anhin schwierig gestaltete. «Wir hoffen aber, dass der Neustart die Leute motiviert», so Fricker. «Wir möchten die Zukunft mit aller Sorgfalt angehen und ein funktionierendes Team bilden.»